Eine Wohnbauförderung bietet sich für alle an, die den Traum vom Eigenheim verwirklichen möchten. Dabei gibt es einiges zu beachten – denn Förderarten und mögliche Höhe sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Voraussetzungen für eine Wohnbauförderung

In Österreich kann jeder volljährige Staatsbürger oder EU-Bürge, der eine Liegenschaft errichtet oder besitzt, eine Wohnbauförderung beantragen.

Die Förderung wird allerdings nur für den Hauptwohnsitz gewährt, was auch stichprobenartig kontrolliert wird. Hier überprüfen BeamtInnen, ob das Haus bzw. die Wohnung maximal sechs Monate nach der Fertigstellung auch tatsächlich dauerhaft benutzt wird. Ansonsten kann das als Betrug angesehen werden.

Einkommensgrenze

Um eine Wohnbauförderung zu erhalten, muss das Jahreshaushaltseinkommen innerhalb der Einkommensgrenze liegen, die in allen Bundesländern Unterschiede aufweist.

Die Einkommensgrenze für eine Wohnbauförderung sieht in Oberösterreich z. B. wie folgt aus:

eine Person37.000,00 €
zwei Personen55.000,00 €
jede weitere Person im Haushalt ohne Einkommen5.000,00 € zusätzlich
Alimentationsverpflichtung pro Kind5.000,00 € zusätzlich
Wohnbeihilfe

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Das jährliche Haushaltseinkommen setzt sich aus den Bruttoeinkünften der Personen im Haushalt zusammen. Davon werden die Werbungskosten wie z.B. Sozialversicherung und Pendlerpauschale abgezogen. Was nicht zum Einkommen zählt, sind unter anderem die Familienbeihilfe, Pflegegeld oder Abfertigungen.

Bei Überschreitung dieser Einkommensgrenze wird die Förderung reduziert. Liegt das gesamte Einkommen z.B. maximal 10 Prozent über der Grenze, wird die Förderung um 25 Prozent gekürzt, bei maximal 20 Prozent über der Grenze wird die Förderung um 50 Prozent reduziert und bei maximal 30 Prozent über der Grenze wird die Förderung um 75 Prozent gekürzt.

Einkommensnachweise für die Förderung

Die folgenden Einkommensnachweise müssen erbracht werden:

Arbeitnehmer, die nicht zur Einkommenssteuer veranlagt sindLohnzettel oder Einkommenssteuerbescheid gemäß Arbeitnehmerveranlagung
zur Einkommenssteuer veranlagter Arbeitnehmerletzter Einkommenssteuerbescheid
Landwirteletzter land- bzw. forstwirtschaftlicher Einheitswertbescheid
SonstigesBestätigungen über Kinderbetreuungs- bzw. Wochengeld, Notstandshilfe, Bezug von Arbeitslosengeld, bedarfsorientierte Mindestsicherung

Antrag auf Wohnbauförderung

Der Antrag auf Wohnbauförderung muss vom Errichter des Hauses oder vom Wohnungskäufer selbst eingereicht werden. Nach der Überprüfung durch die verantwortlichen Stellen werden dann die festgelegte Anzahlung und die monatliche Rückzahlung mitgeteilt.

Benötigte Unterlagen:

  • aktueller Auszug aus dem Grundbuch
  • rechtskräftiger Baubewilligungsbescheid
  • farblich ausgestalteter baubehördlich genehmigter Bauplan
  • Befund des OÖ Energiesparverbandes
  • Einkommensnachweis für das letzte Kalenderjahr vom Förderungswerber und dessen Lebensgefährten bzw. Ehepartner
  • Bestätigung des Finanzamts über den Bezug der Familienbeihilfe
  • Antragsteller aus dem restlichen EWR-Raum: Bestätigung des ständigen Aufenthalts in Österreich für mindestens die letzten fünf Jahre (Meldebestätigungen und Einkommensnachweise für mindestens 36 Monate)

Förderarten & Rückzahlung

Grundsätzlich wird die Errichtung von Eigenheimen mit maximal zwei Wohnungen darin gefördert, wobei jede Wohnung mindestens 80 m² groß sein muss.

  • Zinszuschüsse zu einem Darlehen für eine Hypothek von der Oberösterreichischen Landesbank AG (Laufzeit von 30 Jahren)
  • Zinszuschüsse zu einem Darlehen für eine Hypothek von der Oberösterreichischen Landesbank AG (Laufzeit von 20 Jahren, Fixverzinsung von einem Prozent, Höhe des Zinszuschusses: der den 1-prozentigen Zinssatz übersteigende Teil)
  • einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss in der Höhe von 6 Prozent des geförderten Darlehens für eine Hypothek

Steigerungsbeträge

Es gibt auch Faktoren, die das Darlehen für die Hypothek zusätzlich erhöhen können, nämlich die folgenden:

  • Kinder: Für jedes Kind, das zum Zeitpunkt der Stellung des Antrags mit im Haushalt lebt, wird das Darlehen für die Hypothek um 12.000,00 € gesteigert, wenn für dieses Kind auch Familienbeihilfe bezogen wird. Werden in den fünf Jahren nach der Bestätigung des Darlehens noch weitere Kinder geboren, kann das bestätigte Hypothekendarlehen bei der Fördervariante mit der Laufzeit von 30 Jahren um weitere 12.000,00 € erhöht werden.
  • Barrierefreiheit: Wird das Eigenheim so errichtet, dass es für körperlich eingeschränkte Personen frei zugänglich ist, erhöht sich das Darlehen für die Hypothek um 3.000,00 €.
    Die Kriterien, die hierbei zu beachten sind, lauten wie folgt:

    • Barrierefreier Zugang zum Wohnhaus, zum WC, zur Dusche, zur Küche und zum Schlafraum in der untersten Etage
    • rollstuhlgerechte Benutzung der Sanitäranlagen und des Bades bzw. keine nachträgliche Verlegung von Anschlüssen oder Leitungen -> sehr genauer Detailplan muss vorgelegt werden
    • mindestens 80 cm Durchgangsbreite bei allen Türen
  • ökologische Dämmstoffe: Wenn für die Dämmung ökologische Materialien wie z. B. Flachs, Schafwolle, Kork, Hanf, Holzfaser oder Zellulose verwendet werden, wird das Darlehen für die Hypothek um 8.000,00 € erhöht. Dabei müssen alle Außenbauteile mit nachwachsenden ökologischen Rohstoffen erbaut werden, wobei zusätzliche Materialien gegen Wasser, Feuer, Schädlinge oder Stützfasern erlaubt sind.

Rückzahlung der Wohnbauförderung

Wenn der Antrag auf Wohnbauförderung genehmigt wurde, wird eine monatliche Rückzahlung festgelegt.

Quellen und weitere Informationen