Um sich endlich das eigene Haus bauen zu können, bietet sich die Wohnbauförderung an. Diese wird je nach Bundesland unterschiedlich berechnet.

Wohnbauförderung

Die Förderarten und -höhen der Wohnbauförderung ist in jedem Bundesland unterschiedlich.

Voraussetzungen

In Österreich kann jeder Staatsbürger oder EU-Bürger, der volljährig, d. h. über 18 Jahre alt ist und der eine Liegenschaft besitzt eine Wohnbauförderung beantragen. Die Förderung wird allerdings nur für den Hauptwohnsitz gewährt, das wird auch stichprobenartig kontrollieren. Hier überprüfen BeamtInnen des Landes, ob das Haus bzw. die Wohnung nach max. sechs Monaten nach der Fertigstellung auch tatsächlich andauernd benutzt wird. Ansonsten kann das als Betrug angesehen werden.

Einkommensgrenze

Um eine Wohnbauförderung zu erhalten, muss das Jahreshaushaltseinkommen innerhalb der Einkommensgrenze liegen, die in allen Bundesländern Unterschiede aufweisen. Die Einkommensgrenze sieht in Oberösterreich z. B. wie folgt aus:

eine Person37.000,00 €
zwei Personen55.000,00 €
jede weitere Person im Haushalt ohne Einkommen5.000,00 € zusätzlich
Alimentationsverpflichtung pro Kind5.000,00 € zusätzlich
Wohnbeihilfe

Quelle: Bigstockphoto.com

Das Haushaltseinkommen pro Jahr setzt sich aus den Brutteinkünften der Personen im Haushalt zusammen, davon werden die Werbungskosten wie z. B. Sozialversicherung und Pendlerpauschale abgezogen. Was nicht zum Einkommen zählt, sind unter anderem die Familienbeihilfe, Pflegegeld oder Abfertigungen. Bei der Überschreitung dieser Einkommensgrenze wird die Förderung reduziert. Liegt das gesamte Einkommen z. B. maximal 10 Prozent über der Grenze, wird die Förderung um 25 Prozent gekürzt, bei maximal 20 Prozent über der Grenze wird die Förderung um 50 Prozent reduziert und bei maximal 30 % über der Grenze wird die Förderung um 75 Prozent gekürzt.

Einkommensnachweis

Die folgenden Einkommensnachweise müssen erbracht werden:

Arbeitnehmer, die nicht zur Einkommenssteuer veranlagt sindLohnzettel oder Einkommenssteuerbescheid gemäß Arbeitnehmerveranlagung
zur Einkommenssteuer veranlagter Arbeitnehmerletzter Einkommenssteuerbescheid
Landwirteletzter land- bzw. forstwirtschaftlicher Einheitswertbescheid
sonstigesBestätigungen über Kinderbetreuungs- bzw. Wochengeld, Notstandshilfe, Bezug von Arbeitslosengeld, bedarfsorientierte Mindestsicherung

Antrag

Der Antrag auf Wohnbauförderung muss vom „Häuslbauer“ oder vom Wohnungskäufer selbst eingereicht werden. Nach der Überprüfung durch die verantwortlichen Stellen werden dann die festgelegte Anzahlung und die monatliche Rückzahlung mitgeteilt.

benötigte Unterlagen

  • aktueller Auszug aus dem Grundbuch
  • rechtskräftiger Baubewilligungsbescheid
  • farblich ausgestalteter baubehördlich genehmigter Bauplan
  • energetischer Befund des OÖ Energiesparverbandes
  • Einkommensnachweis für das letzte Kalenderjahr vom Förderungswerber und dessen Lebensgefährten bzw. Ehepartner
  • Bestätigung des Finanzamt über den Bezug der Familienbeihilfe
  • Antragsteller aus dem restlichen EWR-Raum: Bestätigung des ständigen Aufenthalts in Österreich für mindestens die letzten fünf Jahre (Meldebestätigungen und Einkommensnachweise für die mindestens 36 Monate)

Förderarten & Rückzahlung

Grundsätzlich wird die Errichtung von Eigenheimen mit maximal zwei Wohnungen darin gefördert, wobei jede Wohnung mindestens 80 m² groß sein muss.

  • Zinszuschüsse zu einem Darlehen für eine Hypothek von der Oberösterreichischen Landesbank AG (Laufzeit von 30 Jahren)
  • Zinszuschüsse zu einem Darlehen für eine Hypothek von der Oberösterreichischen Landesbank AG (Laufzeit von 20 Jahren, Fixverzinsung von einem Prozent, Höhe des Zinszuschusses: der den 1-prozentigen Zinssatz übersteigende Teil)
  • einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss in der Höhe von 6 Prozent des geförderten Darlehens für eine Hypothek

Steigerungsbeträge

Es gibt auch Faktoren, die das Darlehen für die Hypothek zusätzlich erhöhen können, nämlich die folgenden:

  • Kinder: Für jedes Kind, das zum Zeitpunkt der Stellung des Antrags mit im Haushalt lebt, wird das Darlehen für die Hypothek um 12.000,00 € gesteigert, wenn für dieses Kind auch Familienbeihilfe bezogen wird. Werden in den fünf Jahren nach der Bestätigung des Darlehens noch weitere Kinder geboren, kann das bestätigte Hypothekendarlehen bei der Fördervariante mit der Laufzeit von 30 Jahren um weitere 12.000,00 € erhöht werden.
  • Barrierefreiheit: Wird das Eigenheim so errichtet, dass es für körperlich eingeschränkte Personen frei zugänglich ist, erhöht sich das Darlehen für die Hypothek um 3.000,00 €.
    Die Kriterien, die hierbei zu beachten sind, lauten wie folgt:

    • Barrierefreier Zugang zum Wohnhaus, zum WC, zur Dusche, zur Küche und zum Schlafraum in der untersten Etage
    • rollstuhlgerechte Benutzung der Sanitäranlagen und des Bades bzw. keine nachträgliche Verlegung von Anschlüssen oder Leitungen -> sehr genauer Detailplan muss vorgelegt werden
    • mindestens 80 cm Durchgangsbreite bei allen Türen
  • ökologische Dämmstoffe: Wenn für die Dämmung ökologische Materialien wie z. B. Flachs, Schafwolle, Kork, Hanf, Holzfaser oder Zellulose verwendet werden, wird das Darlehen für die Hypothek um 8.000,00 € erhöht.  Dabei müssen alle Außenbauteile mit nachwachsenden ökologischen erbaut werden, wobei zusätzliche Materialien gegen Wasser, Feuer, Schädlinge oder Stützfasern erlaubt sind.

Rückzahlung

Wenn der Antrag auf Wohnbauförderung genehmigt wurde, wird eine monatliche Rückzahlung festgelegt.

Quellen

http://www.wohnnet.at/finanzieren/foerderungen/wohnbaufoerderung-25594

http://www.land-oberoesterreich.gv.at/34819.htm