In Österreich werden als „Kindergeld“ grundsätzlich 2 verschiedene Begriffe verwendet:

  • Familienbeihilfe
  • Kinderbetreuungsgeld

Die Familienbeihilfe

Die Familienbeihilfe ist unabhängig vom Einkommen oder der Beschäftigung der Eltern, ist vom Alter des Kindes abhängig und wird pro Kind bis zum 24. Lebensjahr monatlich ausbezahlt.

Höhe des Kindergeldes (Familienbeihilfe)

Die Beihilfe hängt vom Alter des Kindes ab. Dabei gilt folgende Regelung:

  • Kinder ab dem Monat der Geburt 111,80 Euro
  • Kinder ab dem Monat, in dem das Kind 3 Jahr alt wird 119,60 Euro
  • Kinder ab dem Monat, in dem das Kind 10 Jahre alt wird 138,80 Euro
  • Kinder ab dem Monat, in dem das Kind 19 Jahr alt wird 162,00 Euro

Wer lohnsteuerpflichtig ist, bekommt weiterhin zu der Familienbeihilfe noch den Kinderabsetzbetrag ausgezahlt. Dieser beträgt pro Kind und pro Monat 58,40 Euro. Weiterhin erhalten Familien, die Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren haben jeweils im September einen Betrag von 100 Euro ausbezahlt, der als Schulstartgeld dient.

Weiterhin bekommen Familien zusätzliche Beihilfen, wenn sie mehr als ein Kind haben. Dies rechnet sich wie folgt:

  • Familien mit 2 Kindern erhalten zusätzlich zu der Familienbeihilfe pro Kind 6,90 Euro
  • Familien mit 3 Kindern erhalten zusätzlich 17 Euro pro Kind
  • Familien mit 4 Kindern erhalten zusätzlich 26 Euro pro Kind
  • Familien mit 5 Kindern erhalten zusätzlich 31,40 Euro pro Kind
  • Familien mit 6 Kindern erhalten zusätzlich 35 Euro pro Kind
  • Familien mit 7 und mehr Kinder erhalten pro Kind zusätzlich 51 Euro mehr

Einige Beispielrechnungen für Familien mit 2 oder 3 Kindern

Familienbeihilfe für Familien mit 2 Kleinkindern

Familienbeihilfe für Familien mit 2 Kleinkindern

 

Familienbeihilfe für Familien mit 3 Kinder

Familienbeihilfe für Familien mit 3 Kinder

 

Wer bekommt sie?  -> Voraussetzungen

Die Familienbeihilfe kann jeder, unabhängig vom Einkommen der Familie, beantragen. Allerdings gibt es einige Voraussetzungen für diese Beihilfe, die der Familie zustehen, wenn das Kind das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Die Familie, die die Beihilfe beantragt, muss:

  • den Wohnsitz in Österreich haben
  • Staatsbürger des Landes Österreich, der Schweiz oder der EU/EWR sein
  • Angehörige von Drittstaaten, die auf Dauer in Österreich sind, wenn sie einen Aufenthaltstitel vorweisen können
  • Flüchtlinge, die nach dem Asylgesetz anerkannt sind oder die einen besonderen Schutz nach dem Asylgesetz genießen
  • Subsidiär Schutzberechtigte, die allerdings keine Leistungen aus der Grundversorgung beziehen oder erwerbstätig sind
  • wenn der Lebensmittelpunkt in Österreich ist und das Kind im gemeinsamen Haushalt lebt

Wie lange? Bis zum 18. bzw. 24. Lebensjahr – Details

Auch Familien, deren Kinder bereits das 18. Lebensjahr vollendet haben, haben Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn sie noch in der Ausbildung sind. Dazu gehören nicht nur die Lehre, sondern auch die Ausbildung in der Schule wie Studium oder Fachhochschule.

Dabei gibt es die Familienbeihilfe allerdings nur dann, wenn die Zeit zwischen Matura und Ausbildung nur kurze Zeit beträgt. Wenn der Sprössling zuerst auf Weltreise gehen oder eine Auszeit nehmen möchte, steht diesem die Familienbeihilfe nicht mehr zu.

Während des Studiums steht die Familienbeihilfe nur den Kindern zu, die die vorgesehene Studienzeit einhalten und auch dem Finanzamt ein positiver Studienerfolg nachgewiesen wird.

Wird die Ausbildung so rasch wie möglich nach der Matura fortgesetzt, steht der Familie die Beihilfe auch in der Zeit zu, in der das Kind auf den Ausbildungsplatz oder den Zivildienst wartet.

Kinder die ab dem 18. Lebensjahr in keiner Ausbildung mehr stehen und diese bereits abgeschlossen haben, steht keine Familienbeihilfe mehr zu. Dies gilt auch für Kinder, die als arbeitslos vorgemerkt und beim Arbeitsmarktservice gemeldet sind.

Dabei ist zu beachten, dass die Familienbeihilfe nur bis zum vollendeten 24. Lebensjahr erhalten werden kann.

Ebenso kann während einem freiwilligen sozialen Jahr Familienbeihilfe erhalten werden. Doch auch hier sind einige Voraussetzungen einzuhalten. Kinder bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres können Beihilfe erhalten, wenn sie ein freiwilliges Sozial- oder Umweltschutzjahr machen, einen Gedenkdienst, Sozial- oder Friedensdienst im Ausland absolvieren oder wenn sie beim Europäischen Freiwilligendienst dabei sind.

Zuverdienstgrenzen der Kinder

Erhält die Familie eine Familienbeihilfe, dürfen die Kinder, für die die Beihilfe gezahlt wird, bis zu 10.000 Euro dazuverdienen. Übersteigt das Einkommen die Steuerbemessungsgrundlage, muss die Familienbeihilfe für aber nur ab dem Zeitpunkt zurückgezahlt werden, in der die Steuerbemessungsgrundlage überschritten wurde.

Die erhöhte Familienbeihilfe

Eine erhöhte Familienbeihilfe von monatlich 152,90 Euro erhalten Familien, deren Kind erheblich behindert ist. Dabei muss das Sozialministerium bescheinigen, welches Ausmaß die Behinderung hat und ob das Kind unfähig ist, dauerhaft für sich selbst zu sorgen.

Beantragung der Familienbeihilfe

Anlässlich der Geburt wird die Familienbeihilfe monatlich ausgezahlt, ohne dass ein Antrag gestellt werden muss. Dabei wird in der Regel die Beihilfe an die Mutter, also den haushaltsführenden Elternteil, ausgezahlt. Möchte die Mutter verzichten, kann die Familienbeihilfe auch an den anderen Elternteil ausgezahlt werden.

Weiterhin ist es möglich, dass die Familienbeihilfe direkt an die volljährigen Kinder ausgezahlt werden kann. Dazu muss dies beim Finanzamt beantragt werden und kann nur in Verbindung mit einer Unterschrift des Erziehungsberechtigten erfolgen. Der Elternteil kann aber auch die Direktauszahlung an das Kind widerrufen.

Es ist also durchaus möglich, die Familienbeihilfe bis zum 24. Lebensjahr zu erhalten. Denn gerade in der heutigen Zeit, in der die Kinder eine lange schulische Laufbahn haben, ist dies ein großer Vorteil für Familien. Denn die finanzielle Hilfe kann jeder gut gebrauchen.

Quellen und weitere Infos zur Familienbeihilfe:

Das Kinderbetreuungsgeld

Mit dem Kinderbetreuungsgeld bietet der österreichische Staat jungen Familien eine wertvolle finanzielle Unterstützung. Dieses Geld bekommt die junge Familie in der Karenz. Dank dieser Maßnahme gestaltet sich die erste, in der Regel kostenintensive Phase im Leben eines Kleinkindes für die Eltern einfacher und sorgloser. Zur Wahl stehen dabei zwei unterschiedliche Modelle (Änderung dieser Modelle ab März 2017 – siehe weiter unten):

  • die Pauschalleistung
  • das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld

Grundsätzliches zum österreichischen Anspruch auf Kindergeld

Generell gestaltet sich in Österreich das Recht auf Bezug von Kinderbetreuungsrecht großzügig. Inhaltlich gesehen, handelt es sich beim Kindergeld um eine Maßnahme, die den Eltern den Betreuungsaufwand für einen Säugling bzw. ein Kleinkind finanziell abgilt. Im Folgenden erfahren Sie, welche Aspekte beim Anspruch auf die entsprechenden Leistungen zu berücksichtigen sind:

  • Für das betreffende Kind muss Familienbeihilfe bezogen werden.
  • Kinderbetreuungsgeld steht weder mit einer Erwerbstätigkeit noch mit einer Pflichtversicherung der Eltern in Zusammenhang.
  • Neben leiblichen Eltern haben auch Pflege- sowie Adoptiveltern bzw. deren Kinder Anspruch auf die entsprechenden Zahlungen.
  • Kinderbetreuungsgeld wird prinzipiell für Kinder gewährt, die mit Stichtag 31. Dezember 2001 geboren wurden.
  • Seit dem 10. Oktober 2009 können Erziehungsberechtige als Alternative zum einkommensabhängigen Kindergeld eine Pauschalzahlung wählen.
  • Die Ausbezahlung des Kinderbetreuungsgeldes fällt in den Zuständigkeitsbereich Ihrer Krankenkasse.
  • Die Dauer der Karenz muss mit dem Bezugszeitraum des Kindergeldes nicht deckungsgleich sein!
  • Die Beantragung kann frühestens am Tag der Geburt erfolgen.
  • Ein Wechsel der einmal gewählten Variante ist im Nachhinein nicht möglich.

Die Pauschalleistung und ihre vier Varianten

Es gibt nun ein Kindergeldkonto mit bis zu 15.499,00 €, wobei der gesamte Beitrag nur dann beansprucht werden kann, wenn der Vater mindestens 20% der Karenzzeit übernimmt.

Das pauschale Kinderbetreuungsgeld steht in den Varianten 30+6, 20+4, 15+3 sowie 12+2 Monate zur Verfügung. Diese Zahlen geben Auskunft über die jeweilige Anspruchsfrist auf das Kindergeld. So dauert die Variante 30+6 zumindest 30 und maximal 36 Monate. Die zusätzlichen sechs Monate können von einer Familie allerdings nur dann genutzt werden, wenn beide Elternteile die ihnen zustehende Karenz wahrnehmen, denn die finanzielle Abgeltung der Betreuung durch einen Elternteil ist in diesem Fall auf die ersten dreißig Lebensmonate eines Kindes beschränkt.

Tipp: Wenn Sie relativ rasch ein weiteres Kind bekommen möchten, sollten Sie nicht die 30+6 Monate Variante nehmen, da diese verfällt, sobald sich die Mutter wieder im Mutterschutz / in der Karenz des weiteren Kindes befindet. In diesem Falle wird die 20+4 oder 15+3 Variante empfohlen. Allerdings besteht hier das Risiko, dass eine Zeit lang gar kein Geld bezogen werden kann, wenn sich die darauffolgende Schwangerschaft etwas verzögert.

Wie hoch ist das Kinderbetreuungsgeld?

Neben der unterschiedlichen Länge der Bezugsdauer unterscheiden sich die vier Varianten auch in Hinblick auf die Höhe des monatlich ausbezahlten Kindergeldes. Hier gilt die Faustregel: Je kürzer die Bezugsdauer, desto höher die Auszahlung pro Monat. Insgesamt bewegt sich das pauschale Kinderbetreuungsgeld derzeit je nach Variante zwischen knapp 440 bis rund 1.000 Euro monatlich.

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld

Eltern, die sich für das einkommensabhängige Kindergeld entscheiden, haben 12+2 Monate Anspruch darauf. Die Höhe des Bezugs errechnet sich aus 80 Prozent der letzten Einkünfte oder des Wochengeldes, wobei ein Tagessatz von aktuell 66 Euro, das sind 2.000 Euro im Monat, nicht überschritten werden kann. Zusätzlich wird aufgrund einer Günstigkeitsrechnung von den Krankenkassen die tatsächliche Anspruchshöhe ermittelt.

Die Grundlage dieser Rechnung stellen die Einkünfte dar, die im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes aus nichtselbständiger Arbeit erzielt werden konnten, sofern in diesem Zeitraum kein Kindergeld bezogen wurde. Gemäß der österreichischen Gesetzgebung können dafür die letzten drei Jahre in Betracht gezogen werden. Anhand einer Günstigkeitsrechnung kann sich das Kinderbetreuungsgeld übrigens ausschließlich erhöhen. Wie der Name bereits andeutet, führt sie in keinem Fall zu einer Kürzung der Bezüge.

Neues Modell des Kinderbetreuungsgeldes ab März 2017:

Der Nationalrat hat im Juni 2016 die Reform des Kinderbetreuungsgeldes beschlossen. Die vier bisherigen Varianten fallen weg, stattdessen kann man selbst die Dauer des Bezugs flexibel wählen. Die einkommensabhängige Variante bleibt bestehen.

Kindergeldkonto 2017

Ein Beschluss des Parlaments führte dazu, dass es ab 1.3.2017 ein neues Kindergeldkonto gibt. Durch eine Reform wurden finanzielle Unterschiede früherer Pauschalvarianten aufgehoben, damit sichergestellt werden kann, dass die Mütter und Väter unabhängig von der Dauer des Bezug einheitlichere Summen erhalten.

Die vier Pauschalvarianten werden in einem flexiblen Konto vereint, die einkommensabhängige Variante bleibt jedoch bestehen. Mütter und Väter können nun eine Bezugsdauer zwischen 12 und 28 Monaten für eine einzelne Person oder zwischen 15 und 35 Monaten für beide Personen wählen.

Gesamt liegen 15.499,00€ auf dem Konto, wobei der gesamte Beitrag nur dann beansprucht werden kann, wenn der Vater mindestens 20% der Karenzzeit übernimmt.

Wenn sich Eltern die Betreuung gut aufteilen (50:50 oder zumindest 60:40) gibt es einen zusätzlichen Partnerschaftsbonus in Höhe von 1.000,00 Euro, außerdem wird der für Väter reservierte Teil von ca. 16% auf 20% erhöht.

Die Reform enthält auch einen sogenannten „Papa-Monat“, dieser wird allerdings keinen Rechtsanspruch haben. Außerdem wurde das Kindergeld in Härtefällen von zwei auf drei monate verlängert und die Einkommensgrenze um 17 Prozent auf 1.400 Euro erhöht. Quelle: http://www.heute.at/news/politik/Kindergeld-Reform-im-Nationalrat-beschlossen;art23660,1300621

Quellen und weitere Informationen zum Kinderbetreuungsgeld:

Kindergeld PLUS (nur in Tirol verfügbar)

In Tirol können Familien 400 Euro pro Kind  (2-3 Jahre) und Förderjahr bis 30. Juni 2015 beantragen. Leider ist dies in den anderen Bundesländern nicht möglich. Tiroler Familien sollen damit entlastet werden. Familienlandesrätin Beate Palfrader betont, dass das Land Tirol für die Familien extra Geld in die Hand nimmt. Etwa 16 Millionen Euro gehen jährlich in solche Familienförderungen. 5 Millionen davon gehen auf das Kindergeld Plus. Formulare bekommt man bei der Gemeinde, im Stadtmagistrat Innsbruck oder auch online. Weitere Informationen unter www.tirol.gv.at/kindergeldplus