24.843 Euro mittleres Bruttojahreseinkommen für unselbständig Erwerbstätige und 17.678 Euro an Bruttojahreseinkommen für Rentner bzw. Rentnerinnen in Österreich: Diese Zahlen stehen im Mittelpunkt der Studie der Statistik Austria zum Bruttoverdienst 2011 von Herrn und Frau Österreicher. Das nachdenklich stimmende Ergebnis das herauskam, dass hierzulande 36.000 Haushalte (17,9 Prozent) laut europäischen Statistikstandards armutsgefährdet sind; knapp ein Drittel dieser Haushalte leben sogar in einer manifesten Armutslage, können sich also Dinge des täglichen Lebens zum Teil nicht leisten. Als armutsgefährdet gilt ein Haushalt, wenn er ein Jahreseinkommen von höchsten 60 Prozent des Durchschnitts erzielt. „Das durchschnittliche Einkommen in Österreich beträgt netto 18.529 Euro, die Armutsgefährdungsschwelle liegt demnach bei 10.257 Euro Einkommen im Jahr“, schreibt der Pressebereich der Statistik Austria. Und sie liefert dazu auch genaue Einkommensdaten für männliche und weibliche Erwerbstätige, Berufseinsteiger und junge Arbeitskräfte.

Die Jungen verdienen immer weniger

Junge Arbeitskräfte verdienen immer weniger. In den fünf Jahren zwischen 2007 und 2011 haben die Gehälter der unter 30-Jährigen in Österreich demnach inflationsbereinigt durch die Bank abgenommen; der Rückgang der Kaufkraft beläuft sich dabei auf ein bis zwei Monatsgehälter. Dadurch müssen auch immer mehr Jugendliche früher auf Kredite zurückgreifen, um sich z.B. eine Wohnung leisten zu können. Dies nennt man einen Hypothekarkredit. Weitere Infos zu diesen Krediten findet man z.b. hier:

Studierte mit Berufserfahrung verdienen 14,6% weniger als noch vor wenigen Jahren

Weniger für alle Jungen – Besonders betroffen sind die Jugendlichen, die über einen Studienabschluss verfügen: Universitätsabgänger mit ein- bis zweijähriger Arbeitserfahrung verdienen mit durchschnittlich 22.850 Euro brutto pro Jahr statistisch gesehen zwar ungefähr gleich viel wie noch vor fünf Jahren, als sie auf 22.676 Euro kamen; inflationsbereinigt wandelt sich dieser 0,8-prozentige Anstieg allerdings in einen negativen Prozentsatz (minus 8,8 Prozent). Die Kaufkraft ist um 2003 Euro im Jahr gesunken. Noch schlechter steht es um die Universitätsabsolventen, die bereits über eine Arbeitserfahrung von drei bis fünf Jahren verfügen; ihr Brutto-Jahreseinkommen hat sogar nominell abgenommen: Statt 26.803 Euro wie im Jahr 2007 verdienten sie 2011 nur mehr 25.473 Euro jährlich; das entspricht einem Rückgang von fünf Prozent. Nach Berücksichtigung der Inflation, die zwischen 2007 und 2011 laut Statistik Austria 9,6 Prozent betrug, ergibt sich eine Abnahme der Kaufkraft von sogar 14,6 Prozent, was aufs Jahr gesehen einem monetären Verlust von 2.903 Euro gleichkommt.

Ohne Studium ist der Verdienst nicht gesunken (ausgenommen Junge)

Im Fünf-Jahres-Vergleich deutlich besser schneiden die Arbeitskollegen mit derselben Berufserfahrung (drei bis fünf Jahre), aber ohne Studientitel ab. Zwar verdienen sie brutto pro Jahr etwa 4000 Euro weniger als die Studienabgänger, ihr Jahreseinkommen hat seit 2007 aber um 2,1 Prozent von 21.210 auf 21.657 Euro zugenommen. Dennoch muss auch diese Kategorie der jungen Arbeitskräfte inflationsbereinigt Einbußen hinnehmen: Um 7,5 Prozent hat die Kaufkraft ihrer Einkommen in den letzten fünf Jahren abgenommen; verteilt auf das Jahr stehen also 1589 Euro weniger zur Verfügung.

Auch junge Österreicher ohne Studium verlieren Gehalt

„Nur“ um 2,7 Prozent rückläufig ist das inflationsbereinigte Einkommen dagegen bei den Mitarbeitern ohne Titel und mit einer geringen Arbeitserfahrung (von ein bis zwei Jahren), die damit 525 Euro an Kaufkraft verlieren. Der nominale Wert ihres Jahresgehalts hat zwischen 2007 und 2011 dagegen um 6,9 Prozent von 19.162 Euro auf 20.477 Euro zugenommen.
Alles in allem hat der Unterschied zwischen den Einkommen von Universitätsabgängern und Oberschulabgängern abgenommen.

Junge Arbeitskräfte im Dienstleistungssektor stehen am schlechtesten da

Sektoren und Betriebsgröße – Ein Blick auf die verschiedenen Wirtschaftssektoren zeigt, dass junge Arbeitskräfte im Dienstleistungssektor am schlechtesten dastehen. Die besonders benachteiligten unter 30-Jährigen, die über einen Universitätsabschluss sowie eine drei- bis fünfjährige Arbeitserfahrung verfügen, verdienten in Dienstleistungsunternehmen im Jahr 2011 (inflationsbereinigt) im Schnitt um 18,5 Prozent weniger als noch 2007. Ebenfalls stark abgenommen hat die Kaufkraft jener qualifizierten Kräfte (mit Titel und Erfahrung), die im Kreditwesen und in der Industrie beschäftigt sind (jeweils minus elf Prozent); im Handel ist ihr inflationsbereinigtes Einkommen um 9,9 Prozent rückläufig.
Besonders die Arbeitnehmer in Kleinbetrieben sind vom Rückgang der Kaufkraft betroffen: Studienabgänger mit drei bis fünf Jahren Erfahrung verdienten in den kleinen Unternehmen inflationsbereinigt im Jahr 2011 ganze 17,1 Prozent weniger als fünf Jahre zuvor; in den mittelständischen und großen Unternehmen beläuft sich die Abnahme auf etwas geringere (aber dennoch zweistellige) Prozentsätze von 11,3 und 10,4 Prozent.

Warum verdient man immer weniger?

Die Gründe – Gründe für diese Einkommensentwicklung gibt es wohl mehrere. Zwei wesentliche sind die wachsende Zahl an Universitätsabgängern und die atypischen Arbeitsverträge. Erstens schafft der steigende Drang zum Universitätsstudium (immer weniger junge Leute wechseln gleich nach der Matura in die Berufswelt) zwangsläufig ein wachsendes Angebot an Universitätsabgängern und drückt nach dem Grundsatz von Angebot und Nachfrage auf das Einkommensniveau. Zweitens haben die neuen Möglichkeiten der atypischen Arbeitsverträge (Projektverträge usw.) dazu geführt, dass die Jugendlichen heute länger als früher um einen unbefristeten Arbeitsvertrag kämpfen müssen und im Rahmen dieser alternativen Arbeitsverträge (brutto) oft weniger Geld erhalten.

Wieviel Verdienst ist angemessen?

Wieviel man eigentlich verdienen sollte, kann man sich hier auf der Lohnrechner / Gehaltsrechner Seite des Bundesministerium ausrechnen lassen:

http://www.gehaltsrechner.gv.at/

Wieviel man aktuell Brutto / Netto verdient, kann man sich mit unserem Brutto Netto Rechner ausrechnen: Brutto Netto Rechner