Vorarlberg hat gewählt. Im Vorfeld gab es durchaus wilde Spekulationen über den Ausgang. Das Ergebnis hat zwar Überraschungen zu bieten, welche jedoch allesamt absehbar waren. Interessant wird nun eher, was im Ländle passiert. Welche Koalitionen sind möglich? Wer wird mit wem verhandeln? Wir geben einen kurzen Überblick.

Wie ist die Wahl ausgegangen?

Bevor wir nun auf bestimmte Konstellationen eingehen wollen, wird das Wahlergebnis dargestellt:

  • VP 41,79 % 16 Mandate
  • FPÖ 23,42 % 9 Mandate
  • Grünen 17,14 % 6 Mandate
  • SPÖ 8,77 % 3 Mandate
  • NEOS 6,89 % 2 Mandate

Was ist also passiert? Die Volkspartei hat ihre absolute Mehrheit verloren. Das ist zwar keine große Überraschung, war es doch in den Umfragen schon absehbar, jedoch hat dies interessante Auswirkungen auf die Regierungskonstellation. Auch die FPÖ musste eine Schlappe hinnehmen. Im Endeffekt gibt es nur zwei Wahlsieger. Zum einen die NEOS, die auf Anhieb zwei Mandate erringen konnten, und die Grünen, die das beste jemals erzielte Wahlergebnis in Vorarlberg verbuchten.

Welche Koalition liegt nun nahe?

Da die Alleinherrschaft der Volkspartei beendet ist, bleibt die Frage zu klären, welchen Partner man an seine Seite holen will. Inhaltlich gesehen gibt es gewiss Überschneidungen mit der FPÖ. An der großen Koalition will man sich aber kein Beispiel nehmen, sodass die SPÖ als Partner wegfällt. Die NEOS betreiben gerne Oppositionsarbeit, weshalb auch diese als Kandidat wegfallen. Bleiben logischerweise nur noch die Grünen übrig. Sie gehen gestärkt aus dieser Wahl hervor und könnten unangenehme Forderungen stellen.

Wann beginnen die Gespräche?

Ab Montag, den 29.09.2014, werden Volkspartei und Grüne erste Gespräche aufnehmen. Man werde über drei Tage lang höchst diskret verhandeln. Dabei kann man sich an den Gedanken durchaus gewöhnen. Schwarz und Grün im Ländle. Auf der einen Seite der konservative Touch, der das Bundesland seit jeher begleitet. Auf der anderen Seite die Naturverbundenheit und das soziale Miteinander. Jedoch ergeben sich auch verzerrte Bilder. Passen diese Parteien überhaupt zusammen? Christliche Werte und Weltoffenheit? So weisen die Freiheitlichen darauf hin, dass die Grünen eine Abtreibung auf Krankenschein fordern. Für eine christliche Partei ist so ein Vorhaben wohl eher nicht schmackhaft zu machen. Man wird in einigen Tagen sehen, wie Schwarz und Grün zu Bildung, Beschäftigung, Energie, Tourismus und Armutsbekämpfung stehen. Interessanter wird jedoch, ob ein zufriedenstellender Konsens gefunden werden kann.

Quellen und weitere Informationen: