Das österreichische Recht bietet allen Dienstnehmerinnen, die entweder momentan ein Kind erwarten oder vor kurzem ein Baby zur Welt gebracht haben, einen besonderen Schutz. Es handelt sich dabei um den Mutterschutz, der gerade in der aufregenden Zeit der Schwangerschaft und nach der Geburt dank verschiedenster Maßnahmen für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgt.

Mutterschutz: Erleichterungen für berufstätige Mütter

Prinzipiell deckt der gesetzlich verankerte Mutterschutz folgende Kernbereiche ab:

  • Gesundheitserhaltende Maßnahme für Mütter und ihre Babys
  • Schutz vor einer etwaigen Ungleichbehandlung im Beruf bis hin zu Kündigungen aufgrund einer Schwangerschaft

Generell wahrt der Mutterschutz die Interessen von Frauen, die als Dienstnehmerinnen an der Arbeitswelt teilhaben. Dazu zählen auch Lehrlinge sowie Personen, die einer so genannten Heimarbeit nachgehen. Es gilt unabhängig von der tatsächlichen Staatsbürgerschaft der Mutter, des Weiteren spielen auch weder das Ausmaß der Arbeitszeit oder die bisherige Beschäftigungsdauer eine Rolle. Das heißt: Jede Schwangere hat in Österreich Anspruch auf Mutterschutz.

Ab wann gilt der Mutterschutz ?

Ab dem Zeitpunkt, wo dem Arbeitgeber die Schwangerschaft gemeldet wird, greifen die betreffenden rechtlichen Bestimmungen. Dies muss spätestens vier Wochen vor dem voraussichtlichen Eintritt in den Mutterschutz erfolgen. In der Folge wird auch das Arbeitsinspektorat darüber in Kenntnis gesetzt. Allerdings ist es mit einer Meldung alleine noch nicht getan, denn es muss dem Dienstgeber zusätzlich eine ärztliche Bestätigung vorgelegt werden, die Auskunft über den voraussichtlichen Geburtstermin gibt. Dies muss bis spätestens drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin erfolgen.

Dauer des Mutterschutz

Vor der Geburt garantiert der Mutterschutz eine 8-wöchige Schutzfrist, in der nicht gearbeitet werden darf. Diese Frist verlängert bzw. verkürzt sich automatisch, wenn das Kind später bzw. früher, als errechnet zur Welt kommt. Liegt eine kompliziert verlaufende Schwangerschaft vor, dann nimmt diese Frist auf fachärztliches Anraten hin einen längeren Zeitraum in Anspruch, sofern Amtsarzt oder die Ärzte des Arbeitsinspektorates zum selben Schluss gelangen. Die Arbeitnehmerin erhält in einem solchen Fall ein Freistellungszeugnis, welches ihrer Dienststelle vorzulegen ist.

Nach der Geburt verbieten die mutterschutzrechtlichen Bestimmungen das Arbeiten ebenfalls für acht Wochen. Dies gilt aber nur für so genannte normale Geburten: Bei Kaiserschnitt, Frühchen oder Mehrlingsgeburten wird eine 12 Wochen dauernde Dienstfreistellung gewährt. Danach beginnt die Karenzzeit. Informationen zur Karenz finden Sie hier: http://www.bruttonetto-rechner.at/familien/karenz/

Wochengeld als Lohnersatz

Während des Mutterschutzes erhalten Sie keinen Gehalt oder Lohn von Ihrem Arbeitgeber, jedoch erhalten in dieser Zeit Schwangere und Jungmütter das so genannte Wochengeld, das vonseiten der jeweiligen Krankenkasse ausbezahlt wird. Nach dem Mutterschutz erhält die Mutter Kindergeld. In diesem Falle Kinderbetreuungsgeld und Familienbeihilfe.

Sonderrechte für Mütter

Neben der Arbeitsfreistellung in den letzten Wochen einer Schwangerschaft sowie in den ersten Monaten nach der Entbindung stellen die gesetzlichen Bestimmungen des Mutterschutzes auch sicher, dass Mütter innerhalb der Arbeitszeit notwendige Arztbesuche tätigen können. Betroffen davon sind hauptsächlich die Untersuchungen, die für den Mutter-Kind-Pass vorgenommen werden müssen.

Dank dieser Regelungen hat jede arbeitstätige Jungmutter die Garantie, dass sie ihren Lohn bzw. ihr Gehalt ohne Kürzungen erhält, selbst wenn sie während der Arbeitszeit einen Arztbesuch absolviert. Diese Schutzmaßnahme ist insofern notwendig, als dass sich die gängigen Arbeitszeiten meist mit den Öffnungszeiten der Praxen überschneiden, was für den Großteil der berufstätigen Mütter einen Arztbesuch in der Freizeit so gut wie unmöglich machen kann.

Quellen und weitere Informationen: