Derzeit gibt es in Österreich elf Anbieter am Markt, welche eine private Pflegeversicherung anbieten. Dennoch – die Unterschiede sind enorm. Nicht nur bei der Einstufung der Pflegebedürftigkeit gibt es Unterschiede, sondern auch bei den Prämien und auch beim Leistungsanspruch. Aus diesem Grund ist oftmals der Vergleich für Nicht-Experten schwer. Wer in Österreich pflegebedürftig ist, hat einen gesetzlichen Anspruch auf das Pflegegeld. Das Pflegegeld gibt es in sieben Stufen und ist vom zeitlichen Pflegeaufwand abhängig. Dennoch gibt es bei den Pflegeversicherungen andere Modelle.

Wer bekommt eine private Pflegeversicherung?

So orientieren sich die Versicherungsgesellschaften in erster Linie an der Pflegebedürftigkeit nach dem Bundespflegegesetz. Es gibt jedoch auch Versicherungsgesellschaften, die selbst beurteilen, ob der Versicherungsnehmer etwaige Tätigkeiten mit oder ohne fremde Hilfe bewerkstelligt. Des Weiteren sind Prämien für eine dementsprechende Pflegeversicherung recht hoch. Natürlich gilt auch hier: Je früher der Versicherungsnehmer die Versicherung abschließt, desto geringer sind die Prämien. Ältere Personen hingegen können sich eine Pflegeversicherung oft gar nicht leisten. Viele Versicherungsgesellschaften bieten auch eine Höchstgrenze an – diese liegt zwischen 60 und 75 Jahren. Es gibt jedoch auch Pflegeversicherungen in Österreich, welche einen Versicherungsabschluss erst mit dem 35igsten Lebensjahr dulden.

Wann zahlt eine private Pflegeversicherung ?

Eine andere Problematik stellt sich bei der Frage, wann die Versicherungsgesellschaft für den Versicherungsnehmer tätig wird. Viele Versicherungsgesellschaften leisten Zahlungen nur bei einer schweren Pflegebedürftigkeit. Andere hingegen bieten bereits schon ab der Pflegestufe 1 finanzielle Leistungen an. Befindet sich der Versicherungsnehmer im Spital, entfällt die Zahlung bis zu dem Zeitpunkt, wo er wieder das Spital verlässt. Nur wenige Versicherungsgesellschaften bezahlen die Versicherungssumme während der Versicherungsnehmer unter stationärer Behandlung ist. Die Tarife der unterschiedlichen Pflegeversicherungen sind nur schwer zu vergleichen. Das liegt auch am umfangreichen Leistungsangebot. Günstige Prämien bedeuten nicht, dass die Pflegeversicherung auch günstig ist. Schlussendlich bieten – wie bei allen Versicherungsgesellschaften – viele Versicherungsunternehmen günstige Prämien an, kürzen jedoch im gleichen Atemzug das Leistungsprogramm für den Versicherungsnehmer. Das bedeutet: Im Endeffekt bleibt dem Versicherungsnehmer nichts anderes übrig, als dass sich dieser unterschiedliche Angebote einholt und sich sodann umfangreich beraten lässt.

Pflegeversicherungen vergleichen

In erster Linie sollte der Versicherungsnehmer an die lange Vertragsbindung denken. Viele Pflegeversicherungen werden für Jahrzehnte vereinbart. Das bedeutet: Kann sich der Versicherungsnehmer die Prämien (auf lange Frist gesehen) leisten? Ebenfalls gibt es unterschiedliche Modelle, Bedürfnisse und Leistungen – auch hier sollte sich der Versicherungsnehmer im Vorfeld bewusst sein, für welche Variante er sich entscheidet. Hilfreich ist der Vergleich sowie die professionelle Beratung. Das bedeutet: Nicht nur den Preis vergleichen, sondern auch die angebotenen Leistungen der Versicherungsgesellschaft. Verfügt der Versicherungsnehmer bereits über Produkte der Versicherungsgesellschaft, ist es möglich, dass diese bei der Pflegeversicherung einen Rabatt gewähren. Grundsätzlich heißt es: Je mehr Produkte, desto billiger werden diese.

Der Vergleich der Pflegeversicherung ist schwierig

Fakt ist: Der Vergleich im Internet ist schwer durchzuführen. Das liegt in erster Linie daran, da eine Pflegeversicherung unterschiedliche Angebote und Leistungen mit sich bringt. Aus diesem Grund ist ein Vergleich inklusiver einer professionellen Beratung wichtig um den passenden Vertrag zu finden. Des Weiteren ist es ratsam die Versicherung so früh wie möglich abzuschließen. Versicherungsgesellschaften, die erst ab dem 35ten Lebensjahr eine Pflegeversicherung erlauben, sollte der Versicherungsnehmer meiden. Ein Problem: Personen, die bereits eine Behinderung haben oder pflegebedürftig sind, erhalten keine Pflegeversicherung.

Quellen und weitere Informationen