Der Mopedführerschein ist für viele Jugendliche wichtig. Sei es als Schritt in die Freiheit oder einfach, um die eigene Mobilität in einer ländlichen Gegend zu gewährleisten. Damit der Schritt in die Unabhängigkeit gelingt, gilt es einiges zu beachten.

Berechtigung für den Mopedführerschein

Mit 15 Jahren dürfen Jugendliche mit der Zustimmung der Erziehungsberechtigten (ansonsten ist der Erwerb des Mopedführerscheins erst mit 16 Jahren möglich) und mit einem erlangten Führerschein Mopeds bis zu 50 cm³ (Kubikzentimeter) Hubraum und maximal 45 km/h lenken.

Seit 2013 gibt es keine grünen Mopedausweise aus Papier mehr, sondern einen richtigen Führerschein aus Kunststoff. In diesem „echten“ Führerschein ist der Mopedführerschein dann mit der Klasse „AM“ vermerkt.

Kosten für die Ausbildung

Um die Kosten für den Mopedführerschein zu berechnen, sind mehrere Faktoren zu beachtet. Dazu zählen zum Beispiel der Standort der Fahrschule, die Anschaffung von Lernmaterialien, die Anzahl der Teilnehmer oder die Anzahl der Fahrstunden.

Was kostet nun ein Mopedführerschein? Ausgehen kann man in jedem Fall von Ausbildungskosten in der Höhe von ca. 220 € – 250 €. Die Gebühr für die Ausstellung einer Lenkberechtigung liegt aktuell bei 60,50€.

Anmeldung in der Fahrschule

Man kann sich sowohl in diversen Fahrschulen als auch bei Autofahrerclubs wie z. B. dem ÖAMTC oder dem ARBÖ anmelden. Mitzubringen sind bei der Anmeldung ein amtlicher Lichtbildausweis (Reisepass oder Personalausweis) und ein Passfoto in der Größe von 35 mm x 45 mm im Hochformat.

Ist man unter 16 Jahre alt, benötigt man außerdem die Einverständniserklärung von einem der Erziehungsberechtigten. Ist man über 20 Jahre alt, muss eine ärztliche Untersuchung durchgeführt werden, das daraus resultierende Attest muss mit zur Anmeldung gebracht werden.

Vorbereitungkurse

Mopedführerschein

Quelle: Bigstockphoto.com

Obwohl man erst mit 15 Jahren eigenständig ein Moped fahren darf, kann man mit dem benötigten Kurs schon sechs Monate vor dem Geburtstag beginnen. Auch die Prüfung kann schon zwei Monate vor dem 15. Geburtstag absolviert werden. Trotzdem bekommt man den Führerschein erst zum Geburtstag ausgestellt.

Theorieeinheiten

Im Theoriekurs müssen sechs Unterrichtseinheiten (je 50 Minuten) abgehalten werden, in denen die Grundlagen des Mopeds durchgegangen werden. Auch die Straßenverkehrsregeln werden genauestens besprochen. Die Inhalte können auch im Lehrbuch oder in diversen Internetportalen wiederholt werden.

Praxiseinheiten

In den Fahrschulen stehen für alle, die sich im Vorhinein noch kein Moped besorgt haben, Leihmopeds zur Verfügung. Am Übungsplatz müssen dann zumindest sechs Einheiten (je 50 Minuten) absolviert werden. Im Anschluss gibt es eine Ausfahrt auf der Straße, die zwei Stunden dauert. Hier muss man dem Fahrlehrer beweisen, dass das Moped ausreichend beherrscht wird. Es ist auch möglich, die Stunden auf dem Übungsplatz zu verkürzen um länger auf der Straße zu fahren, wenn die gesamte Dauer der Fahrstunden von insgesamt acht Stunden nicht unterschritten wird.

Prüfung für den Mopedführerschein

Theorieprüfung

Die theoretische Prüfung für den Mopedführerschein ist ein Multiple Choice Test, auch „Kreuzerltest“ genannt. Hier werden schriftlich oder am Computer 23 Fragen gestellt. Die Themen dazu (z. B. Verkehrszeichen, Vorrang, Partnerkunde, Gefahren, Alkohol und Drogen, Sturzhelm, Pflichten des Mopedlenkers, etc.) werden im theoretischen Unterricht durchgegangen und können im Lehrbuch wiederholt werden.

Die folgende Tabelle zeigt, wie die theoretische Prüfung bewertet wird:

richtig beantwortete Fragenrichtige Antworten in %Ergebnis
19 – 23 Fragen80% – 100%bestanden
14 – 18 Fragen61% – 79%zusätzliche mündliche Prüfung
0 – 13 Fragenweniger als 61%nicht bestanden

Wenn man die theoretische Prüfung nicht besteht, kann die Prüfung erst nach zwei Wochen erneut abgelegt werden.

Praxisprüfung

Die praktische Prüfung besteht im Grunde genommen nur aus der Ausfahrt auf der Straße mit dem zugewiesenen Fahrlehrer. Dieser beurteilt anhand der Fahrweise, der Kontrolle über das Fahrzeug und einigen Fragen bei kurzen Stopps, ob der Fahrschüler die „Prüfung“ bestanden hat.

Sonstiges

  • Hat jemand, der bereits älter als 15 Jahre ist, einen anderen höher platzierten Führerschein, darf er Mopeds auch ohne entsprechende Theoriestunden und ohne Prüfung lenken. Dazu zählen z. B. die Führerscheinklassen A1 (Motorräder bis 125 cm³ oder 15 PS), A2 (Motorräder bis zu 48 PS), A (Motorräder), B (Auto), oder C1(Kraftwagen mehr als 3.500 kg, weniger als 7.500 kg, Ziehen eines leichten Anhängers unter 750 kg).
  • Personen, die keinen Wohnsitz in Österreich haben und älter als 15 Jahre sind, dürfen in Österreichs Mopeds nur mit Mopedführerschein lenken. Dieser wird auch in anderen EWR-Staaten anerkannt.
  • Auf einem Moped darf eine weitere Person mitgenommen werden, bei Kindern unter acht Jahren müssen diese allerdings in einem geeigneten Kindersitz festgeschnallt werden. Der Kindersitz muss sicher mit dem Moped verbunden sein und das Kind darf die Sicht oder die Bewegungsfreiheit des Fahrzeuglenkers nicht behindern.
  • Für Fahrer und Beifahrer gilt zu jeder Zeit die Helmpflicht – wird diese nicht eingehalten, kann dies empfindliche Strafen nach sich ziehen, da damit die Sicherheit beider extrem gefährdet wird. Außerdem muss immer das Abblendlicht eingeschaltet sein, bei schlechten Sichtverhältnissen oder Dunkelheit ist das Fernlicht empfehlenswert.
  • Bis zum 20. Lebensjahr gilt als Alkohol-Limit ein Promillewert von 0,1 statt 0,5 Promille wie beim Fahren eines Autos.
  • Beim Fahren eines Mopeds sollte der Mopedführerschein immer mitgeführt werden, genauso wie der Zulassungsschein des Mopeds und ein aktueller Erste Hilfe-Koffer mit ausreichend Verbandszeug, der noch nicht abgelaufen ist. Empfehlenswert ist außerdem ein Unfallbericht, der in der gesamten EU gültig ist.

Quellen