Eine Eigenheimversicherung gegen Sturm- oder Wasser- wie Feuerschäden ist selbstverständlich. Dennoch gibt es auch die Möglichkeit einer Rohbauversicherung. Schließlich kann das Haus auch während der Rohbau-Phase von mehreren Umwelteinwirkungen Schaden erleiden. Viele Versicherungsgesellschaften bieten daher – im Vorfeld zur Eigenheimversicherung – eine kostenlose Rohbauversicherung an. Diese schützt die Hausherren vor bösen finanziellen Überraschungen. Denn auch ein Rohbau bleibt nicht immer von allen Umwelteinwirkungen verschont.

Die Rohbauversicherung im Detail

Bei der Rohbauversicherung unterliegt der Rohbau dem Versicherungsschutz vor Feuer, Leitungswasserschäden sowie Sturm. Ebenfalls genießt der Versicherungsnehmer im Idealfall die Haftpflichtversicherung für das Haus- und auch den Grundbesitz. Der Versicherungsschutz – etwa für Sturmschäden – gilt ab dem Zeitpunkt, in dem das Gebäude geschlossen ist. Das bedeutet: Die Versicherung tritt dann in Kraft, wenn Fenster eingebaut und das Dach gedeckt ist. Ohne diese Komponenten gibt es keinen Versicherungsschutz bei Sturmschäden.

Auf was muss noch geachtet werden?

Im Bereich Leitungswasser ist ebenfalls darauf zu achten, dass der Schutz nur dann in Kraft tritt, wenn die Installationen von Heizung und Wasser abgeschlossen sind. Ebenfalls gilt die Versicherung nur dann, wenn die Heizung während der Frostperiode in Betrieb ist. Verlässt der Grundeigentümer den Rohbau, hat dieser darauf zu achten, dass das Leitungswasser – bzw. die Hauptwasserzufuhr – abgeschlossen ist. Ist die Heizung nicht in Betrieb bzw. lässt der Besitzer die Wasserzufuhr laufen, gibt es keinen Versicherungsschutz. Der Versicherungsschutz für die Haushaltsversicherung tritt dann in Kraft, wenn das Gebäude endgültig fertiggestellt ist. Danach wandelt sich die Rohbauversicherung automatisch in die Haushaltsversicherung um. Aus diesem Grund ist es ideal, wenn der Kunde auf eine Versicherungsgesellschaft greift, welche eine prämienfreie Rohbauversicherung anbietet. Schlussendlich sind es Vorschusslorbeeren, welche der Kunde genießt. Außerdem weiß die Versicherungsgesellschaft: Demnächst wandelt sich die prämienfreie Versicherung in eine Haushaltsversicherung um. Nur selten gibt es Versicherungsgesellschaften, welche für die Rohbauversicherung Prämien einheben. Liegt dies jedoch vor, dann liegt die Prämie ungefähr bei 50 Prozent der Haushaltsversicherungsprämie.

Rohbauversicherung – der Vergleich lohnt sich

Jeder Mensch benötigt eine Versicherung – auch für Häuser, die noch nicht fertig gestellt sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Versicherungsnehmer auch schon beim Rohbau dafür sorgt, dass sein Werk geschützt ist. Die Rohbauversicherung hat viele Vorteile. Dennoch sollte der Versicherungsnehmer im Vorfeld einen Vergleich anstellen, damit er das für sich beste Produkt abschließt. In erster Linie ist wichtig, dass der Kunde darauf achtet, dass es sich bei dem Vertrag um eine Versicherung mit einem Neuwertersatz handelt. Das bedeutet: Im Schadenfall zahlt die Versicherung den Neuwert und nicht den Zeitwert des Schadens. Ein Problem: Viele Versicherungsnehmer versuchen durch eine Leistungseinsparung auch die Prämie zu senken. Der Nachteil: Bei Elementarschäden wie etwa Hochwasser oder Unwetter, liegt die Schadenshöhe über dem Höchstbetrag. Es ist ratsam, sehr wohl eine realistische Versicherungssumme abzuschließen, damit im Schadensfall kein böses Erwachen stattfindet.

Selbstbehalt und doppelte Versicherung

Auch der Selbstbehalt ist immer mit Vorsicht zu genießen. Die Prämie ist zwar gemindert, jedoch sind Selbstbehalte in der Höhe von 500 Euro oder mehr in Wahrheit finanzielle Hürden – die der Hausherr eigentlich durch die Versicherung mindern wollte. Ebenfalls ist es wichtig nicht doppelt zu versichern. Viele Schäden wären bereits mit einer Hausratsversicherung abgedeckt – das bedeutet: Der Versicherungsnehmer sollte darauf achten, dass er keine doppelte Versicherung genießt sondern bei der Rohbauversicherung nur jene Faktoren versichert, die unter keinem Versicherungsschutz liegen. Bei der Rohbauversicherung – und der darauf folgenden Eigenheimversicherung – ist eine Indexierung (Wertanpassung) – notwendig, um nicht nach einem Schadensfall (fünf Jahre nach dem Versicherungsabschluss) weniger finanzielle Hilfe von der Versicherung zu bekommen, als der Schaden verursacht hat. Ein Vorteil sind mögliche Rabatte bei vielen Versicherungsgesellschaften. Diese bieten etwa 20 Prozent Erlass auf die Jahresprämie an, sofern der Versicherungsnehmer eine lange Bindung (etwa 10 Jahre) anbietet. Bei einer vorzeitigen Kündigung bedeutet das aber, dass der Versicherungsnehmer den gewährten Rabatt zurückbezahlen muss.

Die Kündigung der Rohbauversicherung

Oft ist es bei einer Rohbauversicherung möglich – wobei dies abhängig von der jeweiligen Versicherung ist – nach drei Jahren zu wechseln. Offiziell ist dies kein Problem; inoffiziell gibt es jedoch Versicherungsgesellschaften, die eine Zahlung für die letzten drei Jahre beanspruchen. Schlussendlich gilt die Rohbauversicherung als kostenlose Möglichkeit vor dem Abschluss einer Eigenheimversicherung. Wechselt der Versicherungsnehmer vor dem Eintritt in die Eigenheimversicherung, sind Kosten möglich. Dies regelt jedoch der Vertrag individuell. Die Kündigung erfolgt im Regelfall schriftlich – ebenfalls sollte der Kunde im Vorfeld Informationen einholen, welche Kosten auf ihn warten, wenn er die Versicherung vorzeitig beendet. Ansonsten ist eine Kündigung nach dem Ende der Laufzeit möglich. Hier ist nur die Kündigungsfrist einzuhalten – ansonsten verlängert sich die Versicherung automatisch um ein Jahr.

Österreichische Anbieter für Rohbauversicherungen

In Österreich bietet fast jede Versicherungsgesellschaft, welche auch eine Eigenheimversicherung anbietet, eine Rohbauversicherung an. Die bekanntesten Versicherungsgesellschaften für Rohbauversicherungen sind die Zürich Connect, die Generali Versicherung sowie die Uniqa oder auch die Oberösterreichische Versicherung.

Quellen und weitere Infromationen zum Hausbau oder der Rohbauversicherung: