Wer glaubt – oder sicher ist – dass er Recht hat, muss noch lange nicht Recht bekommen. Schlussendlich ist jeder geführte Prozess ein Risiko. Denn am Ende entscheidet immer der Richter – und wenn der gegen die klagende Partei entscheidet, steht diese oftmals vor einem finanziellen Fiasko. Aus diesem Grund verzichten jährlich tausende Österreicher auf eine Klage. Anders hingegen die Österreich, die eine Rechtsschutzversicherung haben. Bei der Rechtschutzversicherung nimmt der Kläger das anfallende Kostenrisiko in Kauf – schlussendlich deckt die Rechtschutzversicherung anfallende Kosten, wenn der Kläger verliert.

Die unterschiedlichen Rechtsschutzversicherungen

Es gibt unterschiedliche Rechtsschutzversicherungen. Z.b.:

  • KFZ-Rechtsschutzversicherung
  • private Rechtsschutzversicherung
  • Arbeitsrechtsschutzversicherung

Neben diesen Versicherungen stehen dem Österreicher auch noch weitere Rechtsschutzsersicherungen zur Verfügung, welche alle Rechtsgebiete abdecken. Ob Arbeitsrecht, Straßenverkehrsrecht oder auch der private Rechtschutz – diese Rechtschutzversicherungen bieten auch oftmals mitversicherte Personen an. So ist jede Person automatisch, die an der gleichen Adresse wie der Versicherte gemeldet ist, automatisch rechtschutzversichert. Natürlich stellt sich jedoch die Frage, welche Risiken der Versicherungsnehmer decken will. Viele Personen möchten nicht das gesamte Paket – oder nur Teile davon. Jemand, der keinen Führerschein besitzt und nicht Auto fährt, benötigt keine Lenker-Rechtsschutzversicherung. Jemand, der in keinem Miethaus wohnt, benötigt auch keine Mietrechtsschutzversicherung. Wichtig ist jedoch die Versicherungssumme. Diese entscheidet, welche Kosten (in welcher Höhe) die Versicherungsgesellschaft übernimmt. Im Normalfall bewegt sich die Versicherungssumme zwischen 80.000 Euro und 140.000 Euro. Vor allem langwierige Gerichtsverfahren mit Sachverständigen sorgen für horrende Gerichtsgebühren.

Rechtsschutzversicherungen vergleichen!

Wie bei jeder anderen Versicherung gilt: Vergleichen! Jede Versicherungsgesellschaft bietet unterschiedliche Prämien und Angebote an. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass der Versicherungsnehmer sich im Vorfeld erkundigt. Oftmals gibt es auch Rabatte – eben, wenn der Versicherungsnehmer vielleicht schon andere Versicherungen bei der jeweiligen Gesellschaft hat. Ein weiterer Punkt ist die Prämienzahlung. Viele Versicherungsgesellschaften bieten Rabatte für Einziehungsermächtigungen an; andere hingegen bei jährlicher Zahlung. Entscheidet sich der Versicherungsnehmer für eine monatliche Zahlung der Beiträge sowie der selbständigen Überweisung, kann die Versicherung Zuschläge bis zu 6 Prozent der zu bezahlenden Prämie, verhängen. Ein weiterer Punkt: Der Selbstbehalt. Viele Versicherungsgesellschaften bieten günstigere Prämien an – etwa um 10 Prozent bis 15 Prozent. Jedoch nur dann, wenn sich der Versicherungsnehmer für einen Selbstbehalt (rund 10 Prozent der Versicherungssumme) entscheidet. Der Selbstbehalt ist jedoch nicht empfehlenswert, denn dieser Selbstbehalt kann bei einem Prozess, der vielleicht 60.000 Euro kostet, zur finanziellen Falle werden. Schlussendlich beträgt bei diesem Beispiel der Selbstbehalt 6.000 Euro – bei einem Prozess mit 100.000 Euro liegt der Selbstbehalt schon bei 10.000 Euro.

Recht haben oder Recht bekommen?

Viele Versicherungsgesellschaften verhängen auch eine Wartezeit. Das bedeutet, dass die Rechtschutzversicherung nicht automatisch in allen Gebieten wirksam ist. So gibt es im Regelfall eine dreimonatige Wartefrist bei dem gewöhnlichen Vertragsrechtsschutz oder auch eine zwölfmonatige Wartefrist in Erbrechtsfragen. Wer glaubt, dass er „schnell eine Rechtsschutzversicherung“ abschließt, damit er sofort klagen kann, der irrt. Des Weiteren sollte der Kunde darauf achten, ob sein Vertrag eine freie Anwaltswahl vorsieht, oder der Anwalt der Versicherungsgesellschaft zugezogen wird. Viele Versicherungsgesellschaften bieten eigene Anwälte an. Bei einer freien Anwaltswahl entscheidet die Versicherungsgesellschaft, nach Vorlage des Sachverhaltes, ob sie die Kosten übernimmt. Bei nicht plausiblen Gründen oder einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass der Fall nicht zu Gunsten des Klägers ausgeht, kann die Rechtsschutzversicherung die Übernahme der Kosten ablehnen.

Quellen und weitere Informationen: