Ein Unfall ist schnell passiert und zusätzlich zu den damit verbundenen Schmerzen kommen häufig die finanziellen Nachteile, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann oder hinterher die Rechnung für Bergekosten selbst bezahlt werden muss. Zwar besteht in Österreich eine gesetzliche Unfallversicherung, deren Beiträge bei unselbstständig Erwerbstätigen vom Dienstgeber zu bezahlen sind, aber diese deckt lange nicht alle Risiken und schon gar nicht die Schäden aus den häufigsten Unfallursachen.

Die gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt Leistungen nur, wenn sie direkt aus Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten resultieren. Inbegriffen sind dabei auch die Anfahrtswege. Übernommen werden dabei von der AUVA Heilbehandlungs- und Rehakosten sowie auch Entschädigungszahlungen. Auch die Kosten einer eventuell nötigen Umschulung werden von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen, wenn durch eine Berufskrankheit der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.

Wer ist gesetzlich unfallversichert?

  • Erwerbstätige während Ausübung ihrer Tätigkeit
  • Schüler und Studenten währenddessen sie sich in den Bildungseinrichtungen befinden
  • Lebensretter während sie bei Einsätzen sind

Vorteile einer privaten Unfallversicherung

Ein wesentlicher Vorteil der privaten Unfallversicherung liegt in der Deckung von Freizeitunfällen und diese passieren am häufigsten – im Haushalt und nicht bei der Ausübung von riskanten Sportarten.
Außerdem übernehmen die privaten Unfallversicherungen eventuell nötige Transportkosten nach Hubschraubereinsätzen. Viele Menschen sind überrascht, wenn nach dem Skiunfall eine Rechnung ins Haus flattert, die mehrere tausend Euro ausmacht. Die gesetzlichen Unfall- bzw. Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten nämlich nicht immer.

Nachteile einer privaten Unfallversicherung

Nicht alle Folgen von Freizeitunfällen werden von den privaten Unfallversicherungen übernommen. Die Mehrzahl schließt Sportarten mit erhöhtem Risiko aus. Insbesondere sind hier Motorradunfälle zu nennen. Die Mitgliedschaft bei Automobilclubs beinhaltet auch oft eine private Unfallversicherung, jedoch sind hier die Leistungen im Schadensfall sehr niedrig. Gleiches gilt für Kreditkarten, die ebenfalls Versicherungsschutz inkludieren. Die Leistung kann hier aber zusätzlich von der Verwendung der Karte in regelmäßigen Abständen abhängig gemacht werden.

Leistungen der Privaten Unfallversicherung

Abgedeckt werden in der Regel die Unfallkosten, die direkt mit dem Unfall zusammenhängen. Dazu zählen Heilkosten, Bergungskosten und Rückholkosten (falls der Unfall im Ausland geschieht), Taggeld bei Spitalsaufenthalten und die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme bei Invalidität. Beim Tod der versicherten Person wird die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen ausbezahlt.

Spezialleistungen der privaten Unfallversicherung

Die Versicherungen bieten derzeit ein umfangreiches Angebot an Zusatzleistungen, die in den Standardpaketen nicht enthalten sind. Denkbar ist hier die Übernahme von Kosten einer kosmetischen Operation oder von alternativen Heilbehandlungen. Sind minderjährige Kinder zu versorgen, kann auch die Hinterbliebenenvorsorge in die Polizze aufgenommen werden. Manche Versicherungen decken auch die Kosten, wenn ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall den Unfall auslöst. Zwar sind die unmittelbaren Heilbehandlungskosten durch die gesetzliche Krankenversicherung gedeckt, nicht aber Folgekosten.

Unfallvorsorge für Babys und Kleinkinder

Kinder vor Schuleintritt sind gar nicht unfallversichert und so gut aufpassen, dass gar nichts passiert, ist nicht immer möglich. In nur ca. 20% der Fälle übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung sämtliche Kosten. Was bei Kleinkindern zu den Schmerzen noch hinzukommt, ist die Angst im Krankenhaus und dass die Eltern nicht dabei sind. Private Unfallversicherungen übernehmen hier meist die Begleitkosten der Eltern bei stationärer Aufnahme.

Schüler und Studenten

Kinder sind, sofern Unfälle am Gelände der Schule passieren, gesetzlich unfallversichert. Was aber ist, wenn Ihr Kind einen Unfall auf dem Weg zur Schule hat oder einen Teil der Ferien im Ausland bei einem Sprachkurs verbringt? So weit muss man aber gar nicht einmal denken: Kinder verbringen ihre Freizeit am liebsten mit Freunden und beim Toben passiert schnell ein Unfall. All diese Fälle sind von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht gedeckt.

Erwachsene

75% aller Unfälle passieren in der Freizeit und hier wiederum im Haushalt. Sei es durch wackelige Leitern beim Fensterputzen oder ähnlich banalen Situationen. Hausfrauen sind dabei einem besonderen Risiko ausgesetzt. Auch wenn die Haushaltsführung samt Kinderbetreuung ein Full-time Job ist, deckt keine Versicherung diese Schäden. Zusätzlich kommt zu den unfallbedingten Kosten oft der Verdienstentgang hinzu oder bei Invalidität ein Wohnungsumbau.

Senioren

Senioren sind aktiv und unternehmungslustig, aber die Statistik zeigt ein erschreckendes Bild: Über 100.000 Personen über 65 verunglückten so schwer, dass sie stationär im Krankenhaus aufgenommen werden mussten. Ausrutschen oder Stolpern stellt die häufigste Unfallursache dar und die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt keine Folgekosten, die aus diesen Unfällen resultieren.

Erhöhte Versicherungssumme bei schwerem Grad der Invalidität

Vor allem Altverträge basieren auf dem linearen Tarif. Bei 50% Invalidität werden 50% der Leistungssumme ausbezahlt. Bei den neuen Varianten der progressiven Tarife steigt die Auszahlungssumme. Bei 100%iger Invalidität können so, je nach Vereinbarung, bis zu 400% der Leistungssumme zur Auszahlung gelangen. Hintergrund sind die ohnehin steigenden Lebenserhaltungskosten, die sich bei Invalidität nochmals erhöhen. Diese Tarife sind in der Regel auch teurer.

Quellen und weitere Informationen