Die Pensionsversicherungsanstalt PVA mit Sitz in Wien ist als bundesweit größter Sozialversicherungsträger unter anderem für die Bearbeitung von Berufsunfähigkeitspensionen (auch Arbeitsunfähgikeitspension oder AU / BU Rente genannt) zuständig. Sie gehören zur Gruppe der Eigenpensionen und sind für die krankheitsbedingten Personengruppen wie folgt gegliedert:

  • Invaliditätspension für Arbeiter
  • Berufsunfähigkeitspension / Berufsunfähigkeitsrente für Angestellte
  • Erwerbsunfähigkeitspension für Selbstständige, Bauern und Winzer

Rechtsgrundlage ist das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz ASVG. Es regelt die Details der Pflichtversicherung von unselbstständig Erwerbstätigen zur Kranken-, Pensions- sowie Unfallversicherung.

Die Pensionsversicherung gilt als finanzielle Absicherung der Versicherten inklusive ihrer Angehörigen durch temporäre oder dauerhafte Pensionsleistungen, unter anderem durch Geldzahlungen. Zu den Hauptgründen dafür gehören das Alter sowie das krankheitsbedingte Ausscheiden aus dem Berufsleben / Erwerbsleben. Der dadurch bedingte Einkommensverlust wird durch die Pensionszahlung ganz oder zumindest teilweise ausgeglichen.

Berufsunfähgikeitsversicherung / Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Für alle Bürger besteht die Möglichkeit, ihren gesetzlichen Versicherungsschutz durch eine oder auch mehrere private Pensionsversicherungen zu verbessern. Dazu bieten bundesweit die namhaften Versicherungsgesellschaften ihre jeweils eigenen Tarife an.

Gutachten / Untersuchung für die Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Anspruch auf Arbeitsunfähigkeitsrente, kurz AU-Rente, wird aufgrund eines medizinischen Gutachtens festgestellt. Er besteht, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Voraussichtliche Mindestdauer von sechs Monaten für die Invalidität / Berufsunfähigkeit / Erwerbsunfähigkeit
  • Mangelnde Zweckmäßigkeit, Notwendigkeit oder fehlender Anspruch auf Umschulung
  • Erfüllung der gesetzlichen Wartezeit
  • Kein Anspruch auf vorzeitige Alterspension zum Antragsdatum

Abhängig von der festgestellten voraussichtlichen Dauer werden die Leistungen für bis zu zwei Jahre bewilligt. Danach ist, nach einer erneuten ärztlichen Untersuchung, die Verlängerung um weitere zwei Jahre möglich. Im Anschluss daran wird die AU-Rente bis zum Beginn der Alterspension gewährt. Als Wartezeit werden wahlweise hundertachtzig Beitragsmonate in der Pflichtversicherung oder dreihundert Versicherungsmonate angerechnet. Deren zeitliche Lagerung im Verlaufe der vergangenen Jahrzehnte ist unbedeutend. Anrechenbare Ersatzzeiten sind im ASVG sowie in den einschlägigen Bestimmungen im Einzelnen aufgelistet.

Die Invaliditätspension – Details

Die Invaliditätspension unterscheidet zwischen erlernten und nicht erlernten Berufen. Als erlernt gilt ein angelernter Beruf, der mit einem Lehrverhältnis begonnen hat, das erfolgreich abgeschlossen worden ist.

Das hat Auswirkung auf die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt bei einer sogenannten eingeschränkten Invalidität. Gelernte Arbeiter dürfen nur innerhalb ihrer Berufsgruppe vermittelt werden; sie haben einen Berufsschutz.

Den haben ungelernte Arbeiter nicht: Sie können eine ihnen gesundheitlich zumutbare Arbeit auch dann nicht ablehnen, wenn diese außerhalb des bisherigen Tätigkeitsbereiches liegt. Die Arbeitsunfähigkeit wird ganz allgemein so definiert, dass eine um die Hälfte, als um mindestens fünfzig Prozent reduzierte Leistungsfähigkeit medizinisch festgestellt worden ist. Hinzukommen die weiteren Erfordernisse wie Erfüllung der Wartezeit mit Pflichtversicherungsmonaten.

Die Berufsunfähigkeitspension – Details

Bei der Berufsunfähigkeitspension gibt es keine solchen Unterschiede und auch keinen Berufsschutz. Jede andere Tätigkeit, die unter billigenden Voraussetzungen zumutbar ist, muss angenommen werden. Dafür ist eine wesentliche Voraussetzung für die Anerkennung der Berufsunfähigkeit die Tatsache, dass durch eine zumutbare berufliche Tätigkeit nur noch die Hälfte oder weniger des bisherigen Einkommens erzielt werden kann.

Sowohl für Arbeiter als auch für Angestellte sieht das Gesetz mehrerlei Ausnahmeregelungen für Härtefälle vor. Damit soll das Ziel erreicht werden, bei den Anträgen möglichst alle individuellen Gegebenheiten berücksichtigen zu können, die durch eine allgemeine Gesetzgebung nicht erfassbar sind.

Wie wichtig ist die Arbeitsunfähigkeitspension?

Eine Arbeitsunfähigkeits-Rente, sei es als Invaliditätspension, als Berufsunfähigkeitspension oder als Erwerbsunfähigkeitspension, ist in jedem Alter wichtig. Dem gelernten oder ungelernten Arbeiter kann bereits in jungen Jahren ebenso ein Berufsunfall zustoßen wie dem Erwachsenen einige Jahrzehnte später.

Auch eine berufsbedingte chronische Krankheit führt als oftmals jahrelanger Leidensweg  zur Arbeitsunfähigkeit. Die gesetzliche Arbeitsunfähigkeitspension ist in vielen Fällen nicht hoch genug, um den mit der Arbeitsunfähigkeit verbundenen Einnahmeverlust vollständig zu kompensieren. Das betrifft insbesondere Selbstständige, die alle Kosten zur Sozialversicherung in voller Höhe selbst bezahlen müssen. Die gesetzliche Arbeitsunfähigkeits-Rente sollte also schon in frühen Jahren durch eine ausreichend gute private Arbeitsunfähigkeitspension ergänzt werden. Hier gibt es nicht die gesetzlichen Wartezeiten sowie die damit verbundenen Risiken, schlimmstenfalls aus diesem Grunde keine AU- / BU – Rente beziehen zu können. Die private AU / BU -Rente ist ein zivilrechtlicher Vertrag zwischen Versicherungsgeber und Versicherungsnehmer. Je früher sie schon in jungen Jahren abgeschlossen wird, umso günstiger, also niedriger, ist die monatliche Versicherungsprämie.

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitspension – Ansprüche

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitspension, auch BU – Rente genannt,  wird, zusammen mit dem Erwerbseinkommen oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze, als eine Teilpension gewährt. Als Gesamteinkommen gilt die Summe aus Erwerbseinkommen und jeweiliger Pension, also der AU-Rente. Ein Gesamteinkommen von knapp tausendzweihundert Euro bleibt anrechnungsfrei. Wenn das Gesamteinkommen diese Einkommensgrenze übersteigt, dann wird die Pension um einen anteiligen Anrechnungsbetrag wie folgt gekürzt:

• um 30% für die Gesamteinkommensanteile zwischen knapp 1.200 EUR und 1.700 EUR
• um 40% zwischen 1.700 EUR und 2.270 EUR
• um 50% für die Summe über 2.270 EUR

Höhe der Berufsunfähigkeitsversicherung / Kosten

Der Anrechnungsbetrag ist begrenzt. Er darf weder das Erwerbseinkommen noch die Hälfte des Steigerungsbetrages übersteigen.

Jeder BU / AU-Antrag ist automatisch mit einem Antrag auf Rehabilitation verbunden. Die Sozialversicherungsträger entscheiden seit jeher nach dem Grundsatz „Reha vor Pension“. Damit sind sowohl die dauerhaften Kosten für Pensionszahlungen als auch die Wiedereingliederung in das Berufsleben angesprochen. Soweit es möglich und vertretbar ist, sollen die momentan arbeitsunfähigen Arbeiter und Angestellten in das Berufsleben zurückkehren, zurückkehren können. Die Selbstständigen haben ohnehin ein starkes Eigeninteresse daran, ihr Unternehmen möglichst lange selbst führen zu können. Umschulung, Wiedereingliederung, Kuraufenthalte sowie ambulante und berufliche Rehabilitation gehören als Spezialleistungen zu denjenigen Entscheidungen, die immer im Vordergrund stehen, bevor eine Pension bewilligt wird. Auch die temporäre Pensionszahlung von zunächst zwei Jahren bei der medizinisch festgestellten Mindestdauer einer Arbeitsunfähigkeit von sechs Monaten tendiert in diese Richtung. In diesem zweijährigen Zeitraum muss sich der temporär Arbeitsunfähige aktiv an der Wiederherstellung seiner Arbeitsfähigkeit beteiligen. Er muss, wie es genannt wird, daran mitarbeiten.

Versicherung früh genug abschließen!

Die gesetzliche und private Berufsunfähigkeitsversicherung für eine Berufsunfähigkeitspension sind zusammen eine ebenso hilfreiche wie notwendige finanzielle Absicherung für den Notfall. Versicherungen wie eine private Arbeitsunfähigkeitspension müssen frühzeitig abgeschlossen werden; wenn der Versicherungsfall eintritt oder sich abzeichnet, ist es dafür zu spät.

Versicherungen wie die private Arbeitsunfähgikeitsversicherung sind kein Geschäft mit der Angst, sondern eine sinnvolle Vorsorge für den Ernstfall.

Quellen und weitere Informationen