Studieren dauert lange und beansprucht viel Zeit. Wer das Studium nicht von seinen Eltern finanziert bekommt und selbst auch nicht genug angespart hat, hat aber dennoch eine Möglichkeit sein Studium in vollen Zügen zu genießen: der Studentenkredit. Studentenkredite sind eine spezielle Form von Krediten. Eigentlich ein spezielles Produkt von Banken speziell angepasst an die Bedürfnisse von Studenten. Im groben unterscheidet man zwischen zwei Varianten:

  • Studienkredit mit monatlicher Auszahlung
  • Studienkredit als klassischer Ratenkredit

Der Start ins Studentenleben ist gleichzeitig ein softer Start ins wahre Leben. Dazu gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit Geld und durch die zusätzlichen Kosten während des Studentenlebens wird einem diese Prüfung, neben all den anderen Examen, auch noch aufgedrückt. Zum Glück kommen Studenten in den Genuss einer besonders günstigen Finanzierung, da sie in Sachen Kreditwürdigkeit noch eher unbelastet sind und eine rosige, finanzielle Zukunft vor sich haben. Hier die beiden Varianten im Detail:

Studienkredit mit monatlicher Auszahlung der Kreditsumme

Bei einem klassischen Ratenkredit bekommt man zu Beginn eine Summe (von z.B. 10.000€) und muss diese dann inkl. Zinsen und Spesen Monate oder Jahre zurückbezahlen. Das kann dann bei Studenten Sinn machen, wenn man hohe Anschaffungskosten hat und diese im Laufe der Jahre abzahlen möchte. Die Anschaffungen zum Studieren können mit günstigem Laptop und niedrigen Ansprüchen klein bleiben. Hier eine Beispielhafte Aufstellung:

  • Einmalige Ausgaben
  • Mietkaution für Studentenwohnung
  • Gebrauchtwagen
  • Studienmaterial
  • Wohnungseinrichtung
  • Laptop
  • Sonstiges
  • Mögliche Kosten – günstig
  • in Studenten WG nicht nötig
  • nicht nötig wegen Öffis.
  • 50€
  • Kram von daheim mitgenommen: 0€
  • 400€
  • 0€
  • Mögliche Kosten – teuer
  • 2000€
  • 5000€
  • 1000€
  • 2000€
  • 1000€
  • 1000€

Die größeren Kostenfaktoren sind da eher eine Wohnung und die Lebenskosten über die vielen Monate oder Jahre des Studiums hinweg. Gerade wenn kein monatliches Einkommen da ist, kann das auch ein Grund sein, gar nicht erst zu studieren zu beginnen. Aus diesem Grund gibt es diese speziellen Studienkredite, beispielsweise von der KfW-Bank, die nach einem anderen Muster funktionieren. Bei diesen Krediten erfolgt die Auszahlung der Kreditsumme nämlich nicht auf einen Schlag, sondern in monatlichen Teilbeträgen. Der Student muss diese Kredite dann auch nicht sofort zurückzahlen, sondern oftmals erst dann, wenn das Studium beendet ist. Daher können derartige Studienkredite optimal dafür genutzt worden, um monatlich und regelmäßig anfallende Ausgaben zu finanzieren, die im Zusammenhang mit dem Studium typisch sind.

In der nachfolgenden Tabelle möchten wir Ihnen einen Überblick darüber geben, welche regelmäßigen Ausgaben bei Studenten häufig im Alltag anfallen und mit welchen Kosten jeweils zu rechnen ist:

  • monatliche / regelmäßige Ausgaben
  • Miete und Betriebskosten
  • Lebensunterhalt (Lebensmittel, Hygiene, Kleidung)
  • Kommunikation (Telefon, Internet, Handy)
  • Studienmaterial
  • Versicherungen und Medikamente
  • Freizeitausgaben
  • Summe
  • Kosten günstig
  • 300€
  • 300€
  • 50€
  • 10€
  • 50€
  • 50€
  • 760€
  • Kosten teuer
  • 1000€
  • 500€
  • 100€
  • 100€
  • 100€
  • 200€
  • 2000€

Nimmt man die regelmäßigen Ausgaben, die natürlich lediglich Durchschnittswerte darstellen, zusammen, so kommen durchaus im Schnitt monatliche Gesamtkosten und somit regelmäßige Ausgaben zwischen 700 und 2.000 Euro zusammen.

Wie genau ist der Ablauf bei einem Studienkredit:

Die folgende Tabelle zeigt einen möglichen Verlauf beim Studium mit einem Studienkredit:

  • Zeit
  • Kredit
  • Rückzahlung
  • Kumulierter Gesamtkredit
  • 1. Jahr
  • 300€
  • 0€
  • 3600
  • 2. Jahr
  • 300€
  • 0€
  • 7200
  • 3. Jahr
  • 300€
  • 0€
  • 10800
  • 4. Jahr
  • 300€
  • 0€
  • 14400
  • 5. Jahr
  • 0€
  • 0€
  • 14400
  • 6. Jahr
  • 0€
  • 0€
  • 14400
  • 7. Jahr
  • 0€
  • 300€
  • 10800
  • 8. Jahr
  • 0€
  • 300€
  • 7200
  • 9. Jahr
  • 0€
  • 300€
  • 3600
  • 10. Jahr
  • 0€
  • 300€
  • 0€

Erläuterung:

Die Tabelle oben ist ein vereinfachtes Beispiel für einen Studienkredit. Man erhält z.B. die Dauer des Studiums von 4 Jahren jeweils 300€ pro Monat von der Bank. Dann hat man zwei Jahre um nach dem Studium im Berufsleben Fuß zu fassen und muss dann erst den Kredit mit monatlichen Raten zurückzahlen. Die 300€ Rückzahlung sind da natürlich nur Beispielhaft ohne Zinsen und Spesen. Aufgrund der langen Kreditdauer muss man damit rechnen, dass man deutlich mehr zurückzahlen muss, als man von der Bank bekommen hat (ist ja bei jedem Kredit so).

Eine sehr genaue Erläuterung zum Thema findet sich auch auf dieser Infografik von Blitz-kredite.com:

Studentenkredite als Ratenkredite der Bank

Oft ist es aber auch ein gewöhnlicher Ratenkredit, den Banken Studenten als spezielle Darlehensform zur Verfügung stellen. Wer einen solchen Studentenkredit haben möchte, der muss zunächst einmal nachweisen, dass er sich aktuell in einer Studienphase befindet, was in aller Regel durch eine Immatrikulationsbescheinigung passieren kann. Man bekommt als Student oft spezielle oder günstige Kreditkonditionen, da die Zielgruppe „Student“ für die Banken sehr interessant ist. Von den einzelnen Bausteinen her unterscheidet sich diese Finanzierung meistens nicht von einem gewöhnlichen Ratenkredit, sodass insbesondere die folgenden Komponenten von Bedeutung sind:

  • Darlehenssumme
  • Zinssatz
  • Laufzeit
  • Kreditrate

Beim gewöhnlichen Studentenkredit ist es so, dass die Auszahlung des Kreditbetrages nach Genehmigung des Darlehens in einer Summe erfolgt. Daraus resultiert, dass dieser Art von Studentenkredit faktisch ausschließlich für einmalige Anschaffungen geeignet ist, die vor allem zu Beginn der Studiendauer anfallen können. Einer am Ende des Beitrages aufgeführten Tabelle können Sie die typischen Ausgaben mit ihren jeweiligen Durchschnittspreisen entnehmen, die bei Studenten anfallen. Darüber hinaus soll aber noch auf eine zweite Variante des Studentenkredites eingegangen werden, der vor allem zur Finanzierung regelmäßiger Ausgaben geeignet ist.

Weitere Tipps:

Viele Banken werben direkt aggressiv darum, den Studenten einen Kredit anzubieten. Doch dabei werden oft die besten Konditionen übersehen. Hier genau Recherche anzustellen passt zum neu entdeckten Verantwortungsgefühl.

Hinweis: Unbedingt auch die Bonusangebote sehr kritisch und gemäß den eigenen Gewohnheiten vergleichen. Soll es lieber eine kostenlose Versicherung für das Notebook sein oder doch lieber vergünstigte Konzerttickets?

Wie viel kostet das Studentenleben (Detail):

Oben haben wir schon eine kurze Auflistung an Ausgaben für Studenten erwähnt. Die folgende Tabelle zeigt mögliche Ausgaben in der Studienzeit in mehreren Preisklassen (Alle Preise verstehen sich inklusive österreichischer Umsatzsteuer):

Kosten Günstig Durchschnitt Hochwertig / Teuer
Studiengebühren / Semester 0 Euro 350 Euro 12.500 Euro
Arbeitscomputer 399 Euro 1.125 Euro 6.940 Euro
Notebook 220 Euro 600 Euro 2.000 Euro
Bett 60 Euro 400 Euro 2.500 Euro
Matratze 40 Euro 400 Euro 1.900 Euro
Bettwäsche 10 Euro 40 Euro 85 Euro
Leintuch 10 Euro 30 Euro 50 Euro
Kissen & Decke 20 Euro 60 Euro 200 Euro
Fernseher 130 Euro 400 Euro 3.000 Euro
Sofa 200 Euro 700 Euro 1.800 Euro
Bürostuhl 50 Euro 200 Euro 650 Euro
Relax-Sessel 90 Euro 200 Euro 750 Euro
Studienmaterial / Semester 30 Euro 150 Euro 700 Euro
Miete pro Semester 0 Euro 1.800 Euro 4.200 Euro
Lebenskosten / Semester 1.200 Euro 2.100 Euro 6.000 Euro
Summe: Kosten des gesamten Studiums über 3-4 Jahre 8.609 Euro 30.635,16 Euro 160.275 Euro