Wohneigentum selber nutzen oder vermieten?

Meist entsteht diese Frage durch die Erbschaft einer Immobilie. Die geliebten Großeltern sind nicht mehr und das mühevoll abgezahlte Haus oder die Eigentumswohnung gehen an die Erben über. Nicht, dass die häufigen Erbschaftsstreitigkeiten schon genug Probleme verursachen, oft steht man vor der Frage, ob ein Verkauf oder die Sanierung und Vermietung des Objekts der richtige Weg ist. Grundsätzlich gilt das Wohneigentum als eine langfristig stabile Anlageform. Dabei spielt es keine Rolle, ob die eigenen vier Wände selbst genutzt oder vermietet werden.

Viele Hauskäufer denken auch an die eigene Altersvorsorge. Viele Menschen nennen dies als eine wichtige Motivation für einen Immobilien-Erwerb in Tirol. Das Eigentum dient in diesem Sinne als Sicherung. Doch Vorsicht! Die Vermietung ist möglicherweise nicht die ideale Lösung.

Nachteile einer Immobilien Vermietung

Aus der eigenen Familie kenne ich dieses Beispiel: Eine Immobilie wird geerbt und man entscheidet sich für die Renovierung und anschließende Vermietung. Die Renovierung macht anfangs Spaß und ist ein tolles Projekt. Danach kommen die ersten Schwierigkeiten auf den Vermieter zu:

  • Gesetzliche Auflagen zur Vermietung erfüllen
  • Rechtlich gegen Probleme mit Mietern absichern
  • Zusätzliche Versicherungen um sich selbst abzusichern
  • Seriöse Mieter finden, welche langfristig und regelmäßig zahlen
  • Reparaturarbeiten und -kosten organisieren und finanzieren

Hat man dies alles geschafft, so muss man nur noch hoffen, dass der Mieter auch weiterhin regelmäßig zahlt und man persönlich so gut wie möglich mit ihm auskommt. Genau soweit ist es bei uns in der Familie auch gut gelaufen. Renoviert, alles geregelt, Mieter gefunden und losgelegt. Leider hat der Mieter nach etwas über einem Jahr seine Arbeit verloren und wurde zahlungsunfähig. Mit zwei kleinen Kindern und keiner Möglichkeit, woanders hinzuziehen, blieben die Mieten aus und der Kampf um die Miete begann. Rauswerfen möchte man die Person auch nicht von einen Tag auf den anderen – langfristig kommt allerdings so selbst möglicherweise in eine finanzielle Notlage. Schlussendlich hat der Mieter das Objekt glücklicherweise gut erhalten verlassen, allerdings mit 6 offenen Monatsmieten. Wäre es besser gewesen, das Haus gleich zu verkaufen und das Geld anderweitig zu investieren?

Wenn doch in eine Immobilie investiert werden soll:

Wer viel Geld auf seinem Konto liegen hat, sei es durch harte Arbeit oder Erbschaft, hat womöglich die eine oder andere Sorge weniger. Allerdings muss man aufpassen, dass sich der finanzielle Polster nicht zu schnell in Luft auflöst. Liegt das Kapital auf einem Girokonto, dann minimiert sich sein Wert im Laufe der Zeit relativ schnell. Das Vermögen wird still und heimlich von der Inflation aufgefressen. Doch es gibt Strategien, um sich vor Wertverlusten zu schützen -zum Beispiel Wohneigentum. Soll in Immobilien investiert werden, muss jedoch einiges beachtet werden.

Soll eine Wohnung oder ein Haus im Sinne einer Anlage gekauft werden, gelten zuweilen andere Kriterien, als wenn diese den Eigentümern lediglich dazu dienen, um in ihnen zu wohnen. Soll das Eigenheim von den Eigentümern bewohnt werden, muss es natürlich auch dort gelegen sein, wo ihr Lebensmittelpunkt zu finden ist. Soll die Wohnung oder das Haus aber vermietet und irgendwann weiterverkauft werden, spielt der Ort nur insofern eine Rolle, dass er der Immobilie mehr Wert verleiht. Je besser eine Immobilie gelegen ist, desto höher kann die Miete ausfallen und auch in punkto Verkauf kann eine höhere Rendite eingefahren werden.

Kitzbühel – Mekka für Investoren & Horror für Einheimische

Tirol ist allgemein gesagt ein gutes Pflaster, um in Immobilien zu investieren. Zahlreiche Urlauber sehnen sich nach einem schönen Feriendomizil im Reich der Berge und Einheimische möchten trotz der horrenden Preise in der Heimat sesshaft bleiben. Das treibt die Preise hoch. Doch wo in Tirol kann mit den höchsten Gewinnen gerechnet werden, wenn eine Anlageimmobilie verkauft werden will? Natürlich in Kitzbühel – Beispiele:

  • Altbauwohnungen in bester Lage: Diese attraktiven und extrem wertbeständigen Bauten bieten interessante Aufteilungsmöglichkeiten. In vielen Fällen ist auch eine gewerbliche Nutzung möglich.
  • (Bauern-)Häuser, die inmitten der Natur gelegen sind: Wie viele Menschen sehnen sich nach einem urigen oder modernen Ferienhaus im Grünen im Raum Kitzbühel? Sollte die Immobilie verkauft oder vermietet werden wollen, mangelt es an Interessenten nicht.

Aus Sicht der Einheimischen bietet der Tourismus wie in Tirol oder Salzburg ganz pauschal gesehen eine schöne und eine hässliche Seite. Tourismus erschafft Arbeitsplätze und bringt Menschen mit viel Geld, welches ausgegeben werden soll. Die Wirtschaft wird dadurch angetrieben und der Tourismus-Standort profitiert davon. Die hässliche Seite des Tourismus zeigt sich, wenn es als Einheimischer darum geht, ein Eigenheim für sich selbst oder seine Nachkommen zu schaffen. Die Immobilienpreise sind so hoch, dass es kaum möglich ist, sich und seiner Familie ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen und die Mieten sind so teuer, dass man selbst in einem Unterschlupf hausen muss, während der Tourist wohnt und speist wie der Kaiser von Frankreich.

Weitere Informationen und Quellen: