Das Girokonto zu wechseln konnte bisher ein mühsamer Akt sein.  Die zahlreichen Lastschriftmandate und Daueraufträge, die mit dem eigenen Konto verknüpft waren, ließen sich oft nur umständlich auf ein neues Girokonto übertragen, weswegen viele Kunden trotz schlechter Konditionen bei ihrem alten Anbieter blieben. In Österreich macht eine Gesetzesänderung nun den Wechsel zu einem neuen Anbieter für Girokonten bedeutend einfacher:

Girokonto wechseln wird in Österreich dank Gesetzesänderung einfacher

Diese Novelle kommt genau richtig, haben doch viele Banken aufgrund der derzeitigen Phase der Niedrigzinsen die Kosten für Girokonten erheblich erhöht. Die Suche nach einem günstigen Anbieter lohnt sich also, denn der Wechsel wird nun mit Hilfe vom alten Girokonto-Anbieter bedeutend vereinfacht und ist innerhalb von wenigen Werktagen vollzogen. Schon bislang boten einige Banken ihren Kunden einen Service zum Kontowechsel an, nun sind die Banken zu dieser Dienstleistung verpflichtet. In Österreich bietet die Sparkasse.at beispielsweise einen Service rund um den Kontowechsel und verspricht einen einfache, raschen und kostenlosen Kontowechsel (Quelle: https://www.sparkasse.at/sgruppe/privatkunden/konto-karten/vorteile-services/services/kontowechsel-service). In 4 Schritten ist der Kontowechsel erledigt:

  1. Wir informieren Ihren Dienstgeber oder Ihre Pensionskasse
  2. Wir ändern Ihre Daueraufträge
  3. Wir verständigen Einzieher über Ihr neues Konto
  4. Wir beenden Ihre alte Kontoverbindung – fertig!

Die ING-Diba hingegen hätte lieber, dass die Kunden den Wechsel selbst durchführen:

Quelle: https://www.ing-diba.at/girokonto/kontowechsel vom 13.01.2017

Die Arbeiterkammer bietet alle Details zum Konto-Wechsel in einer Checkliste an:

Die Gesetzesänderung im Detail

Der alte Anbieter ist nach der Gesetzesänderung verpflichtet, seinen ehemaligen Kunden beim Anbieterwechsel zu helfen. Dies muss durch eine Auflistung von sämtlichen Daueraufträgen und Lastschriftmandaten geschehen, die er innerhalb weniger Werktage nach der Kündigung anfertigen und an den neuen Anbieter übertragen muss. Es gelten gewisse Fristen, innerhalb derer die Übertragung geschehen muss. Verbraucher sollten sich darauf einstellen, dass ein Kontowechsel nun innerhalb einer Woche abgeschlossen ist und sie sich dabei um wenig selbst kümmern müssen. Zu den Verpflichtungen des Kunden gehört die ordnungsgemäße Kündigung des alten Girokontos gemäß der im Vertrag festgelegten Kündigungsfristen. Zudem muss man dem bisherigen Anbieter natürlich die neue Bank verraten, und den Wunsch kundtun, dass eine Kontoübertragung gewünscht wird.

  • Mit dem Kontowechselservice wird die neue Bank beauftragt.
  • Voraussetzung für das Kontowechselservice ist, dass beide beteiligten Banken in Österreich ansässig sind.
  • Die Banken sind verpflichtet, eine Information über die Details des Kontowechsels in den Filialen und auf ihrer Internetseite anzubieten.
  • Die neuen gesetzlichen Fristen sind etwas kürzer als bisher üblich. Der Kontowechsel findet also schneller statt.
  • Verfügbare Daten zu Lastschrift-Einzügen und wiederkehrenden Zahlungseingängen innerhalb der letzten 13 Monate müssen von der alten Bank zur Verfügung gestellt werden.
  • Gebühren dürfen im Zuge des Kontowechsels für den Zugang zu den personenbezogenen Daten der Zahlungsaufträge keine verlangt werden.
  • Wann das alte Konto geschlossen werden soll, bestimmten Sie. Allfällige vertragliche Kündigungsfristen müssen zwar eingehalten werden.

Die Kontonummer ändert sich dennoch

Die alte Bank kümmert sich dann um die Übertragung der Kontodaten zum neuen Anbieter, der diese in sein System aufnehmen wird. Die monatliche Bezahlung der Miete im Dauerauftrag beispielsweise wird dann automatisch vom neuen Konto aus vorgenommen, ohne dass man als Kunde selbst etwas an den Überweisungsdaten ändern müsste. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich keine Überweisungsdaten wie die Kontonummer ändern. Wenn zukünftig neue Lastschriftmandate hinzugefügt werden, müssen diese natürlich mit der neuen Kontonummer ausgestattet werden.

Die Arbeiterkammer rät zum Vergleich

Quelle: https://www.arbeiterkammer.at/beratung/konsument/Geld/Konto/Tipps_zum_Kontowechsel.html vom 13.01.2017

Bei der Suche nach einem neuen Anbieter helfen unabhängige Vergleichsportale – dennoch stellt sich die Frage: was zeichnet einen seriösen Anbieter aus? Neben niedrigen Kosten für die Kontoführung, für das Erstellen von Daueraufträgen und für Überweisungen an sich, sollten Verbraucher einkalkulieren, ob genügend Geldautomaten der betreffenden Bank in ihrer Nähe zur Verfügung stehen und ob für das Geldabheben zusätzliche Kosten anfallen. Für einige Kunden ist auch interessant, welche Kosten beim Kontozugriff im Ausland anfallen und ob gewisse Banken Kooperationen mit anderen Kreditinstituten getroffen haben, nach denen auch bei Filialen dieser Institute das Abholen von Kontoauszügen und das Abheben von Bargeld möglich ist. Zudem sollten Serviceleistungen wie die Kosten für eine neue EC-Karte verglichen werden. Wer auf Online-Banking angewiesen ist, sollte ebenfalls prüfen, unter welchen Konditionen dies bei einem Anbieter zur Verfügung steht und ob hier zusätzliche Kosten anfallen können.