Besonders mit der Beginn der kalten Jahreszeit bekommen die ÖsterreicherInnen Probleme mit Schimmelpilzwachstum in Wohnräumen. Daher befinden sich besonders in dieser Jahreszeit tausende Schimmelpilzsporen in der Außenluft. Um wirklich zu gedeihen benötigen sie feuchte Luft.

Was ist Schimmel?

Der Schimmel oder genauer gesagt die Schimmelpilze sind in der Mikrobiologie eine systematisch heterogene Gruppe von Pilzen.

Die große Mehrzahl der Schimmelpilze führt ein unauffälliges Dasein, ein paar Schimmelpilzarten haben für den Menschen aber eine besondere Bedeutung als Ursache von Schimmelpilzgiften in verdorbenen Lebensmitteln. Weiterhin bekannt sind Schimmelpilze sind aber auch als Nahrungsmittel-Veredler und biologische Quelle für Antibiotika.

Schimmel in Gebäuden

Schimmel beinahe überall existieren, seine Sporen werden durch die Luft übertragen. Man kan davon asugehen, dass in fast jedem Gebäude Schimmelsporen aufzufinden sind. Unterschied gibt es nur im Lebensraum selber. Wie andere Lebewesen auch, können Schimmelpilze nur wachsen und sich vermehren, wenn bestimmte Bedingungen dafür erfüllt sind.

Feuchtigkeit

Die wichtigste Bedingung, die erfüllt sein muss, ist die Feuchtigkeit, die in Wänden oder Luft vorhanden sein sollte.
Grundsätzlich gibt es Arten von Wassereintrag in die Bausubstanz vor:

  • Feuchtigkeit durch Kondenswasser
  • Feuchtigkeit durch Eindringen des Wassers in eine Gebäude

Der erste Punkt, das Kondenswasser ist das größere Problem. Es entsteht bei den allgemeinen Aktivitäten des Menschen wie Baden, Duschen und Kochen. Außerdem zählt der Atem und der Schweiß zu den feuchtigkeitsbringenden Flüssigkeiten. Es gilt: Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen.

Defekte Wasserleitungen und das Eindringen von Schmelz- oder Regenwasser sowie Unglücksfälle (z.B.: Hochwasser) decken den zweiten Punkt ab, wie Wasser und somit Feuchtigkeit eindringen können.

Bewertung bei Schimmelbefall

Kategorie (0-3)MerkmaleSchäden und Risiken
0oberflächlicher Schimmelbefall bis zu 1 m²,kein Schaden – gesundheitlich unproblematisch
1oberflächlicher Schimmelbewuchs von 0,5 bis 1m², keine Wasserschädengeringer bis mittlerer Schaden – gesundheitlich leicht kritisch; bleiben Sie aufmerksam!
2dichter Schimmelbefall, auch bis in tiefe Schichten

Befall auf Fläche von bis zu 10m²

großer Schaden – bzgl. Gesundheit ist die Situation inakzeptabel, es besteht Handlungsbedarf
3leichter Schimmelbefall auf über 10 m²

 

dichter Befall auf über 2 m²

extremer Schaden – solange gar nichts über den Pilz bekannt ist, muss man von dem schlimmsten ausgehen. Betreten Sie den Raum nicht mehr ungeschützt ohne Sofortmaßnahmen

Sanierung solcher Wohnungen

Um eine Wand (Annahme, dass eine Wand von Schimmel befallen ist) vollständig zu reinigen muss der sichtbare Schimmel entfernt, nicht nur desinfiziert werden.

Biologische Maßnahmen handeln meist mit einer Unterbindung. Das heißt, dass ein weiterer Stoffwechsel des Pilzes und seine Ausbreitung verhindert werden. Unterbunden wird auch die weitere Bildung von Sporen.

Bedenken Sie bei der biologischen Bekämpfung den Unterschied zwischen einfach zu reinigenden Schimmelsporen und schwer zu reinigenden Endosporen.
Eine optische Wiederherstellung gelingt mit einem Bleichmittel oder dem tatsächlichen Entfernen des Schimmelbelags. Starke Chemikalien stoppen den Schimmelpilz oft nur temporär und an der Oberfläche. Vertrauen Sie bei schweren Befall immer nur einem Experten, da der Einsatz chemischer Mittel mit Risiken verbunden ist.

Bekannte gern verwendete Desinfektionsmittel sind:

  • Wasserstoffperoxid
  • Chlordioxid als Gas oder Lösung in Wasser
  • 70 %-Alkohol, z. B. Ethanol

Versteckter Schimmel

Schwarze Flecken sind der erste Warnhinweis, aber oft ist der Schimmel in der Wohnung gar nicht zu bemerken. Theoretisch kann er  sich hinter Wandverkleidungen und Tapeten, unter dem Laminat oder in Dämmstoffen verbergen.
Anzeichen für einen Schimmelbefall sind ein modriger Geruch oder in krassen Fällen gesundheitliche Probleme der Bewohner. Ein weiteres Alarmsignal, dass sich Schimmel im Haus bilden könnte, ist auch Kondenswasser an den Fensterrahmen. Die Wassertropfen zeigen an, dass zu viel Feuchtigkeit im Raum ist. Fenster sind allgemein bekannt eine Schwachstelle.

Achtung bei Anwendung von Essig

Das vielerorts angepriesene Hausmittel Essig ist ungeeignet zur Bekämpfung von Schimmel. Viele Baustoffe und insbesondere Kalk neutralisieren den Essig. Hinzu kommt, dass mit dem Essig organische Nährstoffe auf das Material gelangen. Dieses kann das Pilzwachstum sogar fördern.

Von Schimmelpilzen befallene Materialien müssen gründlich gereinigt werden. Ist das nicht möglich, zum Beispiel wenn die Sporen in Polstermöbel eingedrungen sind, sollten die Möbel sicherheitshalber entsorgt werden.

 

Quellen

  • https://www.wien.gv.at/wohnen/gesund-wohnen/schimmelpilz/
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Schimmelpilz
  • http://www.t-online.de/heim-garten/bauen/id_68216696/schimmel-im-haus-entfernen-das-ist-zu-tun.html