Sachwerte stehen als Investment bei immer mehr Anlegern hoch im Kurs, was natürlich auf die Niedrigzinssituation am Kapitalmarkt zurückzuführen ist. Unter den Sachwertanlagen werden insbesondere Immobilien und Edelmetalle favorisiert, die zusammen über 70 Prozent aller Sachwert-Investments ausmachen. Der Vorteil von Edelmetallen wie Gold und Silber besteht – auch im Vergleich zu Immobilien – insbesondere darin, dass für jeden Anlegertyp ein Investment möglich ist, denn Silbermünzen erhalten Sie beispielsweise heutzutage schon ab ca. 20 Euro.

Investment in Edelmetalle

Physisches oder indirektes Investment in Edelmetalle?

Falls Sie grundsätzlich an einem Investment in Edelmetalle interessiert sind, stehen Sie vermutlich vor der Frage, ob Sie ein physisches Investment in Gold oder Silber favorisieren sollen oder sich eher für ein indirektes Investment entscheiden.

Mit einem physischen Investment ist nichts anderes gemeint, als dass Sie Barren oder Münzen aus dem jeweiligen Edelmetall kaufen und demzufolge tatsächlich als Sachwert in den Händen halten. Ein indirektes Investment in Edelmetalle meint hingegen, dass Sie beispielsweise Anteile an einem Edelmetall-Fonds erwerben oder sich für sogenannte Gold- oder Silberaktien entscheiden.

Da für die meisten Anleger das physische Investment in Gold oder Silber interessanter ist, möchten wir uns in den folgenden Abschnitten ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen.

Falls Sie dennoch lieber das indirekte Investment bevorzugen, stehen Ihnen dafür insbesondere die folgenden Finanzprodukte zur Verfügung:

  • Edelmetall-Fonds
  • Gold- und Silberaktien
  • Zertifikate
  • Spekulative Instrumente wie CFDs oder Optionen

Physisches Investment in Edelmetalle: Barren, Münzen und Münzbarren

Wenn Sie sich für ein physisches Investment in Edelmetalle entschieden haben, dann stehen Ihnen die folgenden drei Optionen zur Auswahl:

  • Barren
  • Münzen
  • Münzbarren

Mit Abstand am häufigsten genutzt werden zum einen die Barren und zum anderen die Münzen, während Münzbarren nur einen kleineren Teil der physischen Geldanlage in Edelmetalle einnehmen.

Sowohl bei den Barren als auch bei den Münzen gibt es mittlerweile eine große Auswahl, sodass praktisch für Anleger mit jedem Geldbeutel die passende Anlage möglich ist. Diese beginnt bereits bei ca. 20 Euro, denn mehr kostet eine Anlagemünze aus Silber mit dem Gewicht einer Unze aktuell nicht.

Auf der anderen Seite können Sie natürlich auch viel mehr Geld investieren, wenn Sie sich zum Beispiel für einen Goldbarren mit einem Gewicht von 500 Gramm entscheiden. Dieser Barren hätte dann einen Gegenwert von rund 15.000 Euro.

Die drei am häufigsten genutzten Edelmetalle, wenn es um ein physisches Investment geht, sind:

  • Gold
  • Silber
  • Palladium

Wo kann man physische Edelmetalle erwerben?

Haben Sie Ihre Entscheidung getroffen und möchten gerne physisch in Edelmetalle investieren, stehen Sie vielleicht vor der Frage, wo Sie Gold oder Silber eigentlich erwerben können.

Eine Möglichkeit besteht natürlich darin, dass Sie Ihre Bank aufsuchen und dort in der Filiale nachfragen, ob Münzen bzw. Barren aus Gold oder Silber vorrätig sind bzw. bestellt werden können. Die meisten Kreditinstitute haben sich mittlerweile allerdings aus dem Edelmetall-Geschäft verabschiedet, insbesondere dann, wenn es um die physische Auslieferung von Barren und Münzen geht. Aus dem Grund ist es wahrscheinlicher, dass Sie auf einem anderen Weg schneller fündig werden, nämlich über spezielle Edelmetallhändler.

Diese Gold- und Silberhändler gibt es sowohl in zahlreichen Städten vor Ort als auch im Internet. Der Vorteil beim Kauf vor Ort besteht darin, dass Sie die Barren oder die Münzen sofort mitnehmen können, nachdem Sie den entsprechenden Gegenwert gezahlt haben. Wenn Sie sich hingegen für einen Onlinehändler entscheiden, ist etwas mehr Vertrauen notwendig. In diesem Fall müssen Sie nämlich in aller Regel erst den Kaufpreis zahlen und dann darauf warten, dass Sie die Barren oder Münzen erhalten. Aus dem Grund ist es wichtig, dass Sie über den entsprechenden Händler etwas recherchieren und sich letztendlich für einen seriösen Händler entscheiden.

Beim Kauf über einen Online-Händler stellt sich der Ablauf für gewöhnlich wie folgt dar:

  1. Passenden Händler suchen
  2. Gewünschte Münzen oder Barren auswählen und in den Warenkorb legen
  3. Zahlungsmethode wählen
  4. Zahlung durchführen
  5. Lieferung abwarten

Natürlich müssen Sie sich zuvor beim entsprechenden Händler registrieren und dabei Ihre persönlichen Daten angeben. In dem Zusammenhang ist es unter anderem ein positives Zeichen, wenn es sich um einen sogenannten Trusted Shop handelt oder es andere Siegel gibt, die den Anbieter zu einem vertrauensvollen Händler machen.

Welche Vorteile hat das physische Investment?

Das physische Investment in Edelmetalle kann sich durch einige Vorteile auszeichnen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich eine wachsende Anzahl von Anlegern für diese Option entscheidet. Ein Vorteil ist dabei eher ideeller Natur, denn für zahlreiche Anleger ist es nach wie vor etwas Besonderes, eine echte Goldmünze in den Händen zu halten. Darüber hinaus gibt es allerdings noch einige weitere Vorteile, die objektiver Natur sind, wie zum Beispiel:

  • Wert der Barren und Münzen ausschließlich vom Edelmetall-Preis abhängig
  • Anonym, beispielsweise bei Verwahrung im Banktresor
  • Für jeden Geldbeutel geeignet
  • Keine zusätzlichen Einflussfaktoren wie beim indirekten Investment

Zahlreiche Anleger schätzen vor allem die Unabhängigkeit von Banken und die nicht vorhandenen weiteren Einflüsse, wie Sie bei einem indirekten Investment in Edelmetalle existieren. Entscheiden Sie sich nämlich beispielsweise für den Kauf von Fondsanteilen oder Goldaktien, gibt es neben dem reinen Edelmetallpreis immer weitere Faktoren, die sich auf den Gegenwert auswirken können.

Welche Nachteile hat das physische Investment?

Das physische Investment in Edelmetalle hat keineswegs nur Vorteile, sondern bevor Sie Ihre Entscheidung treffen, sollten Sie auch die Nachteile kennen.

Ein Nachteil besteht zum Beispiel darin, dass Sie für eine sichere Verwahrung der Münzen und Barren sorgen müssen. Wenige Anleger werden zuhause einen sicheren Tresor haben, sodass in aller Regel auf den Banksafe zurückgegriffen wird. Dieser verursacht allerdings jährliche Kosten, die sich je nach Kreditinstitut und Größe des Bankschließfaches durchschnittlich zwischen 50 und 200 Euro bewegen. Diese Kosten mindern natürlich die Gesamtrendite, die Sie mit dem Investment in physische Edelmetalle erzielen können.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs sowohl bei Goldbarren und Goldmünzen als auch bei Silberbarren und Silbermünzen nicht gerade gering ist. Oftmals zahlen Sie beispielsweise beim Kauf der Goldmünzen einen Aufschlag zwischen 5 und 15 Prozent, sodass es sich auch dabei um Kosten handelt, die Sie erst einmal durch die entsprechende Rendite wieder hereinholen müssen.

Für wen ist das physische Investment in Edelmetalle geeignet?

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Anleger und auch Sparer, für die das physische Investment in Edelmetalle geeignet ist. Lediglich Kleinanlegern, die vielleicht nur über 1.000 oder 2.000 Euro verfügen, ist es nicht unbedingt anzuraten, dieses Kapital in Gold oder Silber zu investieren. Vielmehr spricht das physische Investment vor allem solche Anleger an, die ihr Portfolio gerne mit Gold oder Silber diversifizieren möchten. Ohnehin raten zahlreiche Experten dazu, maximal 20 Prozent des Vermögens in Edelmetalle zu investieren.

Ein weiteres, häufig unterschätztes Diversifikations-Investment in Sachwerte sind Briefmarken. Dazu finden Sie hier detaillierte Informationen.