Die meisten Anleger entscheiden sich für Aktien, weil sich diese durch eine gute Rendite auszeichnen. Der Großteil des Ertrages stammt von den Kursgewinnen, die sich mit den Wertpapieren oftmals erzielen lassen. Eine wachsende Anzahl von Anlegern weiß zudem die zweite Ertragsform bei Aktien besonders zu schätzen, nämlich die ausgeschüttete Dividende. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, worum es sich bei der Dividende handelt, was die Dividendenrendite ist und worauf Sie bei der Auswahl der Aktien achten sollten.

Kursgewinne und Dividenden als Erträge bei Aktien

Bei einem Investment in Aktien gibt es zwei Ertragsformen. Zum anderen sind dies eventuelle Kursgewinne und zum anderen schütten zahlreiche Aktiengesellschaften eine Dividende aus. Allerdings handelt es sich natürlich nicht bei allen Wertpapieren um Dividendentitel, sodass Sie darauf bei der Auswahl achten sollten.

Falls Sie sich für Aktien entscheiden, die nicht in Euro, sondern in einer anderen Währung an der Börse notiert werden, kann neben der Dividende und dem Kursgewinn noch eine weitere Ertragsform eine Rolle spielen, nämlich mögliche Währungsgewinne. Allerdings ist dies eher selten der Fall, da die meisten Anleger sich hierzulande für Aktien entscheiden, die in Euro notieren.

In der Übersicht sind es demzufolge drei Ertragsformen, die bei einem Investment in Aktien möglich sind:

  • Kursgewinne
  • Dividende
  • Währungsgewinne

Warum die nominale Dividende nicht aussagekräftig ist

Nehmen wir an dieser Stelle an, dass Sie sich insbesondere für solche Aktien interessieren, die mit einer guten Dividende ausgestattet sind. Jetzt dürfen Sie allerdings nicht den Fehler machen, beim Vergleich der Wertpapiere nur auf die nominale Dividende zu schauen. Diese ist nämlich wenig aussagekräftig, wenn es darum geht, die mögliche Rendite in diesem Bereich zu ermitteln. Stattdessen sollten Sie immer die Dividendenrendite betrachten, denn nur diese ist dazu in der Lage, eine gute Aussage zur möglichen Rendite zu machen, die Sie mit der Dividende erzielen können. Insofern ist wichtig, den Unterschied zwischen einer Dividende und der sogenannten Dividendenrendite zu kennen.

Dass die nominale Dividende nicht aussagekräftig bezüglich der erzielbaren Rendite ist, soll das folgende Beispiel zeigen. In diesem Fall stellen wir drei unterschiedliche Aktientitel mit ebenfalls unterschiedlichen Dividenden gegenüber und zeigen so, dass die nominale Höhe der Dividende nichts über die mögliche Rendite aussagt.

Beispiel 1

  • Nominale Dividende: 3,50 Euro
  • Aktueller Aktienkurs: 227,80 Euro
  • Dividendenrendite: 1,53 Prozent

Beispiel 2

  • Nominale Dividende: 1,70 Euro
  • Aktueller Aktienkurs: 37 Euro
  • Dividendenrendite: 4,59 Prozent

Beispiel 3

  • Nominale Dividende: 0,70 Euro
  • Aktueller Aktienkurs: 6,70 Euro
  • Dividendenrendite: 10,45 Prozent

Wenn Sie in diesem Beispiel nur die reine nominale Dividende betrachtet hätten, hätten Sie sich vermutlich für die Aktien aus dem ersten Beispiel entschieden. Tatsächlich sind es jedoch die Wertpapiere aus dem dritten Beispiel, die mit der höchsten Dividendenrendite ausgestattet sind, obwohl die nominale Dividende am geringsten ist.

Dies zeigt, wie wichtig ein Blick auf die Dividendenrendite ist und es nicht sinnvoll ist, nur die Dividende zu betrachten.

Dividendenrendite als aussagekräftiger Maßstab

Im vorherigen Abschnitt haben Sie gelernt, dass die nominale Dividende nicht aussagekräftig ist, wenn Sie den erzielbaren Ertrag der Aktien durch die Ausschüttung einer Dividende berechnen möchten. Stattdessen ist es die Dividendenrendite, die zumindest eine größere Aussagekraft hat. Allerdings müssen Sie in dem Zusammenhang beachten, dass die Dividendenrendite natürlich immer nur eine Momentaufnahme ist. Sobald sich der Aktienkurs verändert, ändert sich sofort auch die Dividendenrendite, ohne dass die nominale Dividende reduziert oder erhöht wurde. Ohnehin hat der aktuelle Aktienkurs einen großen Einfluss auf die Dividendenrendite. Diese Tatsache möchten wir ebenfalls an einem Beispiel verdeutlichen:

  • Nominale Dividende: 4,50 Euro
  • Aktienkurs am 30.3: 107,80 Euro
  • Dividendenrendite: 4,17 Prozent
  • Nominale Dividende: 4,50 Euro
  • Aktienkurs am 27.7: 94,60 Euro
  • Dividendenrendite: 4,76 Prozent
  • Nominale Dividende: 4,50 Euro
  • Aktienkurs am 28.11: 83,50 Euro
  • Dividendenrendite: 5,39 Prozent

An diesem Beispiel sehen Sie eindrucksvoll, dass die Dividendenrendite im Laufe des Jahres immer höher geworden ist. Dies ist allerdings ausschließlich darauf zurückzuführen, dass der Aktienkurs gesunken ist, denn die nominale Dividende ist identisch geblieben.

Dieses Beispiel zeigt allerdings auch, dass es bei der Auswahl der Aktien nicht nur auf eine möglichst hohe Dividendenrendite ankommt. Stattdessen ist es mindestens genauso wichtig, dass die Kursentwicklung des Wertpapieres positiv oder zumindest nicht negativ ist. Steigt die Dividendenrendite nämlich nur aufgrund sinkender Kurse, haben Sie als Anleger davon nichts, sondern Sie verlieren durch die sinkenden Kurse im Gegenteil sogar Kapital.

Dividendenstarke Aktien: Mischung aus Kursgewinnen und guter Dividendenrendite

Dividendenstarke Aktien zeichnen sich zwar in erster Linie durch überdurchschnittlich hohe Dividendenrenditen aus. Trotzdem ist es für Sie als Anleger wichtig, bei der Selektion der Aktienwerte auch auf die historische Kursentwicklung und die Kursprognosen zu achten. Eine dividendenstarke Aktie zeichnet sich nämlich nicht nur durch gute Dividendenrenditen aus, sondern gleichermaßen durch mindestens stabile oder im optimalen Fall sogar steigende Kurse. Es kommt demzufolge immer auf die Mischung zwischen Dividendenrendite und Kursentwicklung an.

Darüber hinaus sollten Sie bei der Selektion der Wertpapiere nicht nur die aktuelle Dividendenrendite kennen, sondern sich zu verschiedenen Zeitpunkten auch die historische Rendite der Dividende betrachten. An der Entwicklung können Sie nämlich häufig erkennen, ob die Aktie mit einer stabilen Dividendenrendite ausgestattet ist oder sich der Ertrag stetig ändert.

Meistens handelt es sich ohnehin nur bei solchen Wertpapieren um echte Dividendentitel, die sich einerseits durch überdurchschnittlich gute Dividendenrenditen, andererseits aber auch durch eine relativ geringe Volatilität bei den Kursen auszeichnen.

Spezielle Aktienfonds als Alternative

Falls es Ihnen zu zeitaufwändig ist oder Sie schlichtweg keine Lust haben, sich selbst mit der Selektion dividendenstarker Aktien zu beschäftigen, kommen vielleicht spezielle Aktienfonds als Alternative infrage. Es gibt mittlerweile mehrere Fonds, die ausschließlich solche Aktien ins Portfolio aufnehmen, die sich durch eine überdurchschnittliche Dividendenrendite auszeichnen können. Solche Aktienfonds sind aktuell äußerst beliebt, denn immer mehr Anleger haben die Dividendenrendite als gute Ertragsform unter einem langfristigen Anlagehorizont im Bereich Aktien für sich entdeckt. Die Fonds gibt es in mehreren Varianten, zum Beispiel mit dem Schwerpunkt einer bestimmten Branche oder mit Dividendentiteln, die aus einem bestimmten Land oder einer Region stammen. So können Sie zusätzlich auch eine gute Risikostreuung vornehmen.