Wir leben in einer Spaßgesellschaft! Leben wir tatsächlich in einer Spaßgesellschaft? Immerhin ist der Begriff häufig zu vernehmen. Gerne verweisen Politiker und Wirtschaftsgrößen des Landes darauf, dass das Freizeitangebot so breit gestreut wie nie ist. Doch Vergnügen ist nicht immer kostenlos. Dinge, die uns besonderen Spaß bereiten, wie etwa Autos, Technik, Zigaretten und Alkohol, werden freilich besteuert. Gerne macht der Staat an dieser Stelle die Hände auf und lässt uns den Spaß mit Abgaben bezahlen. Das Jahr 2014 steht dabei ganz im Zeichen der Sektsteuer bzw. Schaumweinsteuer.

Was hat sich geändert?

Wirklich abgeschafft wurde diese Steuer nie. Im Jahre 2005 erfolgte eine Gesetzesreform. Die Sektsteuer galt zwar immer noch, sie lag jedoch bei 0 Prozent. Es fielen also keine Sonderkosten für Sekt und Co. an. Zum 1. März 2014 hat sich die Gesetzeslage jedoch wiederum verändert. Die Schaumweinsteuer erlebte ihr Comeback. Seit diesem Zeitpunkt ist pro Liter Schaumwein ein Euro an Steuern zu zahlen. Neu ist, dass auch Prosecco in diese Steuer mit einbezogen wird. Ausgenommen ist dabei der Prosecco Frizzante aufgrund des geringen Flaschendrucks. Dieser wird als Wein versteuert.

Was hat das für Auswirkungen?

Im Frühjahr wurde munter durch den Medienwald spekuliert, welche Auswirkungen die Gesetzesänderung wohl haben wird. Klar war zu diesem Zeitpunkt schon, dass der Konsument mit der Steueranhebung nicht nur im Einzelhandel konfrontiert wird. So war offensichtlich, dass eine Flasche Sekt oder Ähnliches um 75 Cent teurer wird. Ein weiterer wichtiger Bereich ist jedoch die Gastronomie. Auch hier war mit Teuerungen zu rechnen, die auch tatsächlich stattgefunden haben. So ist nun für ein Glas Sekt, Prosecco oder Champagner im Schnitt um bis zu 50 Cent mehr zu zahlen. Karl Wratschko, Obmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer, begründet dies durch die ohnehin schon engen Kalkulationen in Gastronomietrieben Die Sinnhaftigkeit des Unterfangens wird heiß diskutiert. Die Regierung geht davon aus, dass Mehreinnahmen in Höhe von 30 Millionen Euro erbracht werden können. Kurzfristig blieb der Effekt jedoch aus, da viele Verbraucher Hamsterkäufe tätigten. Der Einzelhandel konnte dahingehend ein merkbares Plus kurz vor Einführung der neuen Steuer verzeichnen.

Konkret:

  • Eine Flasche Sekt/Champagner/Prosecco kostet nun 75 Cent mehr.
  • In der Gastronomie sind pro Glas im Schnitt 50 Cent mehr zu löhnen.
  • Abzuwarten bleiben die genauen Zahlen über die Mehreinnahmen der Regierung 2014.

Wie sehen die tatsächlichen Auswirkungen aus?

Als gutes Beispiel kann das österreichische Vorzeigeunternehmen Schlumberger hergenommen werden. Der Sekthersteller veröffentlichte unlängst die neuesten Bilanzen. So konnte vor Einführung im Frühjahr zwar ein deutliches Plus verzeichnet werden, doch inzwischen ist der Effekt vollkommen aufgebracht. Der Umsatz geht spürbar zurück. So ist dieser in Österreich um 20 Prozent eingebrochen. Zwar ist das Geschäft international auch geschrumpft, aber nur um ca. 9 Prozent. Ebenfalls zu bedenken sind in diesem Zusammenhang die Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Schlumberger exportiert viel Sekt an das Partyvolk im Osten. Dennoch dürfte sich der Markt in Zukunft wieder stabilisieren. Wie so häufig gewöhnt sich der Verbraucher an die neuen Umstände und sieht irgendwann über die Preiserhöhung hinweg. Wäre die Bilanz von Schlumberger nicht unlängst in den Umlauf geraten, so würde vermutlich kein Hahn mehr nach der angehobenen Sektsteuer krähen.

Quellen und weitere Informationen