Wenn man die Meldungen der letzten Monate vernimmt, so muss den Verbraucher ein komisches Gefühl beschleichen. Auf der einen Seite wird vermeldet, dass die Krise längst nicht überwunden sei, ganz im Gegenteil, sie könne im nächsten Jahr wieder vehement zurückschlagen. Auf der anderen Seite liest man Expertenmeinungen und Zahlen, die das Gegenteil befeuern. Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen. Aktuell liegen nun Zahlen vor, die besagen, dass das Einkommen in Österreich 2015 deutlich zunehmen wird, was wiederum der Kaufkraft einen Dienst erweisen dürfte.

Starker Anstieg in Österreich und Deutschland

Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie stark die Löhne in den Ländern Europas 2015 steigen bzw. fallen werden. Prinzipiell ist flächendeckend ein positiver Trend zu erkennen. In West- und Südeuropa sind es vor allem Österreich und Deutschland, die starke Zahlen verzeichnen können. Hierzulande ist mit einem Plus von 3 Prozent zu rechnen. Im Nachbarland geht man sogar von 3,1 Prozent aus. Ansonsten liegt der Schnitt im Westen und Süden bei ca. 2,5 Prozent. Hinzu kommt außerdem, dass die Inflationsrate relativ niedrig bleibt. Diese dürfte wohl bei 1,7 Prozent liegen. Das hat zur Folge, dass dem Verbraucher in Österreich wirklich mehr Netto vom Brutto bleibt. Interessant ist dies vor allem deshalb, da sich die Wirtschaft in Österreich eher verhalten entwickelt, nicht aber die Löhne.

Wie ist der Trend im Osten?

Ebenfalls interessant zu beobachten ist die Entwicklung im Osten Europas. Gerade hier wird der Unruheherd des Kontinents ausgemacht. Doch hier geht man im Schnitt von einer Steigerung von 3,7 Prozent aus. Kroatien ist dabei als Schlusslicht zu betrachten. Hier stehen wohl 2,3 Prozent zu Buche. Besonders heftige Zahlen sind aus der Türkei zu vermelden. Experten gehen davon aus, dass ein Einkommensplus von 6,1 Prozent für 2015 zu erwarten ist. Ob diese Zahlen wirklich haltbar sind, vor allem im Hinblick auf die Unruhen in Syrien, darf aber bezweifelt werden. Erklärt werden diese Zahlen vor allem dadurch, da die Exporte im Euroraum stark zugenommen haben.

Kurz und knapp:

  • 3 Prozent Lohnsteigerung für Österreich im Jahr 2015
  • Schnitt im Westen und Süden Europas liegt bei 2,5 Prozent
  • Türkei überrascht mit erwartetem Wachstum von 6,1 Prozent

Was ist von solchen Zahlen zu halten?

Der Verbraucher ist freilich ein wenig misstrauischer geworden. Schenkte man vor einiger Zeit solchen Prognosen noch Glauben, ist dies heutzutage nicht mehr der Fall. Grund dafür ist wohl in der unruhigen politischen Lage in Osteuropa oder der Türkei auszumachen. Auf Dauer leidet die Stabilität der Währungsunion darunter. Ebenfalls zu beachten ist, dass einige Länder noch keine klare Position zum Umgang mit der IS bezogen haben. Diese Entwicklungen dürften durchaus Auswirkungen auf die hiesige Wirtschaft haben. So ist es angebracht, die Zahlen lieber ein wenig pessimistischer als optimistischer zu betrachten. Das böse Erwachen dürfte uns allen noch bekannt sein.