Geld sollte man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wer Geld hat, sich aber nicht mit Aktien oder dem doch riskanten Daytrading auskennt, sollte doch eher in sichere Anlageformen investieren. Da gibt es z.B. den klassischen „Bausparer“. Leider wird bei Bausparverträgen nur auf 100 Euro pro Monat und Person bzw. 1.200 Euro pro Jahr die staatliche Prämie gezahlt. Wer mehr ansparen möchte, muss sich nach einer guten Alternative umsehen. Eine sehr gängige Option sind die verschiedenen Sparkonten der Direktbanken mit relativ hohen Zinssätzen. In Österreich bieten z.B. die ING Diba, Santander Consumer, die Bawag PSK, VKB und viele weitere diese Sparkonten (auch Online) an.

Beispielberechnungen für das Sparen mit einem Tagesgeld-Sparkonto

Folgend ein paar Beispielberechnungen für die Geldanlage in einem Sparkonto (*Berechnungen vom 25.10.2016 über den Sparkonten-Rechner von tagesgeld.at):

AnbieterEinlageRendite pro JahrLaufzeitAuszahlung
MoneYou10.000€0,81%2410.161,12 €
MoneYou10.000€0,81%6010.407,69 €
MoneYou25.000€0,81%2425.402,81 €
MoneYou25.000€0,81%6026.019,23 €
MoneYou50.000€0,81%2450.805,62 €
MoneYou50.000€0,81%6052.038,46 €
MoneYou100.000€0,81%24101.611,24 €
MoneYou100.000€0,81%60104.076,92 €

 

AnbieterEinlageRendite pro JahrLaufzeitAuszahlung
Santander Consumer Bank10.000€0,70%2410.140,94 €
Santander Consumer Bank10.000€0,70%6010.356,09 €
Santander Consumer Bank25.000€0,70%2425.352,36 €
Santander Consumer Bank25.000€0,70%6025.890,23 €
Santander Consumer Bank50.000€0,70%2450.704,72 €
Santander Consumer Bank50.000€0,70%6051.780,46 €
Santander Consumer Bank100.000€0,70%24101.409,43 €
Santander Consumer Bank100.000€0,70%60103.560,91 €

Die Berechnungen zeigen die Renditen von wenigen hundert bis wenigen tausend Euro bei Einlagen zwischen 10000€ und 100.000€. Bei einer maximalen Einlage von 100.000€ über 5 Jahre bekommt man knapp 3500€ -4000€ an Zinsen. Dass man damit nicht reich wird, wird jeder erkennen. Im Gegenteil: Durch die Inflation ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass das veranlagte Geld nach den 5 Jahren weniger wert ist als zuvor. Im Gegenzug ist das Geld aber sehr gut abgesichert. Dem Nachteil der geringen Zinsen, stehen aber natürlich auch einige Vorteile gegenüber:

Die Vorteile von Tagesgeld oder Festgeld

Ein Girokonto besitzt so gut wie jeder Erwachsene in Österreich. Seit dem 18. September besteht dank einer EU Richtlinie sogar das unveräußerliche Recht auf ein Basiskonto. Doch leider taugt dieses Sichtkonto für den Alltag nur ganz selten zum Sparen. Wer die gängigsten Angebote in diesem Bereich betrachtet, wird nur viele Nullen erspähen. Die Habenzinsen betragen meist 0 Prozent oder 0,01 Prozent. Bei einem Girokonto geht es viel mehr darum, dass es nicht zu viel kostet. Ein Sparkonto sollte natürlich auch gebührenfrei geführt werden, aber beim Vergleich sind ganz andere Aspekte wichtig als beim Girokonto. Das Tagesgeldkonto beschreibt die erste Variante der populären Sparkonten. Der Begriff Tagesgeld bezieht sich dabei auf die tägliche Fälligkeit. Auf das Sparguthaben kann folglich jederzeit zugegriffen werden. Der Fachausdruck dafür lautet „liquide“ bzw. „Liquidität“. Diese ständige Verfügbarkeit senkt zwar die Verzinsung aber es kann doch noch mit einem Zinssatz von knapp einem Prozent während der aktuellen Niedrigzinsphase gerechnet werden (Stand Oktober 2016).

Tipp: Als gute Investition in ein Tagesgeldkonto gelten grob zwei Monatsgehälter.

Beim Festgeldkonto verpflichtet sich der Anleger dazu den Sparbetrag eine Zeit lang der Bank bzw. dem Geldinstitut zu überlassen. Das Geld ist in dieser Zeit, während es auf dem Konto liegt, nicht liquide. Diese Bindung wird jedoch durch höhere Zinsen belohnt. Je länger die Finanzmittel gebunden sind, desto höher fallen die Zinsen aus. Bei 24 Monaten Laufzeit werden derzeit von den Top Anbietern 1,30 Prozent gewährt. Bei 72 Monaten wird das eigene Kapital mit 1,50 Prozent und noch mehr verzinst.

Tipp: Als empfehlenswerte Laufzeit gelten 24 oder 48 Monate. Viel länger sollte das Sparkapital nicht bei fixer Verzinsung angelegt werden. Auch weil sich der Leitzins der EZB leicht über 4 Jahre hinweg ändern kann.

Hinweis: Anders als beim Sparbuch werden die Zinsen bei den Sparkonten eher selten dem Guthaben hinzugefügt. Entweder erfolgt die Verzinsung einmalig am Ende oder die Renditen werden auf das Girokonto überwiesen. Gerade deshalb sollte der Veranlagungszeitraum beim Festgeld nicht allzu lang sein. Es geht nämlich der Zinseszins Effekt in gewisser Weise verloren. Ein großer Vorteil des Tagesgeldkontos gegenüber den Festgeldkonto sind die häufigeren Zinstermine im Jahr (meist einmal pro Quartal oder gar monatlich). Dieser Umstand gleicht die geringeren Zinsen ein wenig aus.

Beim Vergleich der verschiedenen Angebote zu Sparkonten sollten folgende Kriterien bzw. Konditionen Beachtung finden. In der Regel gelten diese Punkte sowohl für Festgeld sowie auch für Tagesgeld:

  • Effektivzins bzw. Zinsertrag vergleichen
  • Einlagensicherung beachten
  • Häufigkeit der Zinstermine vergleichen (je öfter desto besser)
  • Kontoführungsgebühren beachten (sind bei den Top-Anbietern 0,-)
  • Maximal- und Minimalbeträge beachten (meist zwischen 1.000 und 100.000 Euro)
  • Art der Verzinsung berücksichtigen (fix oder variabel)

Alternativen zu den Sparkonten

Es existieren natürlich noch andere Sparformen, welche einen vernünftigen Zinssatz bei gleichzeitig hoher Sicherheit bieten. Zwei dieser Optionen haben wir bereits erwähnt. Der Bausparer ist wegen den staatlichen Zuschüssen und dem anschließenden Anspruch auf einen Immobilienkredit eine sehr beliebte Wahl. Das Sparbuch ist vielleicht nicht mehr die beste Investition in der heutigen Zeit. Die Sparkonten bieten einfach mehr Ertrag bzw. Rendite.

Hinweis: Die Kredite von Bausparkassen können ebenfalls zur Sanierung von Wohnraum genutzt werden.

Eine potentielle Sparform möchten wir an dieser Stelle besonders hervorheben. Es handelt sich nämlich um eine relativ sichere Investition, die von normalen Konsumenten selten genutzt wird. Die Rede ist von Anleihen. Obwohl dieses Wertpapier auf dem Börsenparkett gehandelt wird, birgt es bei kluger Auswahl kaum mehr Risiko als ein Sparbuch. Das gilt selbstverständlich nicht für Staatsanleihen, die von Argentinien oder den Philippinen ausgegeben wurden. Aber gerade in Zeiten mit höherem Leitzins können 10-jährige deutsche Bundesanleihen mit einem Rating von Triple A (AAA) durchaus eine Möglichkeit für längerfristiges Sparen und sogar für eine kleine Rendite über Kursgewinne sein. Eine Erwägung sind diese Wertpapiere in jedem Fall wert.

Hinweis: Anleihen der deutschen Bundesregierung gehören zu den sogenannten mündelsicheren Anlageformen. Wenn beispielsweise eine Person nicht mehr (psychische Erkrankung) oder noch nicht (minderjährig) über das eigene Vermögen verfügen kann und ein Sachwalter dieser Aufgabe übernimmt, dann darf er nur mündelsichere Anlageformen wählen. Dadurch zeigt sich wie sehr ein Wertverlust bei diesen Investition ausgeschlossen ist.

Tipp: Im Sinne der Diversifikation sollten mehrere dieser Sparformen, inklusive der Sparkonten, genutzt werden. Zum Start bietet sich ein Bausparer an. In weiterer Folge sollte ein Tagesgeldkonto mit mindestens einem Monatsgehalt befüllt werden. Diese Reserve hilft auch, wenn ein wichtiges Haushaltsgerät kaputt geht oder ein anderer Notfall eintritt. Danach kann mit einem ordentlich Betrag, wie etwa 5.000 Euro ein Festgeldkonto genutzt werden und Anleihen können das sichere Portfolio perfekt abrunden.

Wem die Zinsen für diese Anlageform allerdings zu niedrig sind und stattdessen auf etwas Risiko höhere Erträge erreichen möchte, der sollte sich auch die Anlage in Gold oder Aktien genauer ansehen.