Die Pendlerpauschale 2013/2014 in Österreich

Neuigkeiten zur Pendlerpauschale 2014:

01.02.2014 – Es gibt nun einen offiziellen Pendlerrechner

Unter www.bmf.gv.at/pendlerrechner/ findet man den offiziellen Pendlerrechner des BMF. Früher musste man sich selbst über z.B. Google Maps die Entfernung vom Wohnort zum Arbeitsplatz berechnen und dies ausgedruckt einsenden, um die Pendlerpauschale, bzw. den Pendlereuro in Anspruch nehmen zu dürfen. Der Pendlerrechner macht dies nun sehr einfach. Ausfüllen, ausdrucken und per Post oder gescannt per Email an den Arbeitgeber schicken.

01.01.2014 – Laut orf.at haben es Pendler 2014 einfacher:

  • Es soll bald einen neuen “Pendler-Rechner” geben.
  • Dieser wird im Jänner Online gehen.
  • Sie können mit Hilfe des neuen Pendler-Rechners, der im Jänner online gehen soll, den Förderungssatz kalkulieren.
  • Dies kann als amtliches Formular ausgedruckt werden.
  • Änderungen bei der Pendlerpauschale 2014: Bis 60 Minuten ist ein öffentliches Verkehrsmittel zumutbar (bisher 90). Bei mehr als zwei Stunden sind öffentliche Verkehrsmittel generell unzumutbar – bisher waren es 2,5 Stunden.

Die Pendlerpauschale: Allgemeines

Tägliche Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden im österreichischen Einkommenssteuerrecht mit der sogenannten Pendlerpauschale abgegolten. Wer als Arbeitnehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann diesen Freibetrag in Anspruch nehmen – die errechnete Pendlerpauschale wird also bei der Einkommenssteuer und der Lohnsteuer abgesetzt. Die Pendlerpauschale wird mittels des Formblatts L34 beantragt. Je nach Distanz zum Arbeitsplatz und Nutzung von Transportmitteln können ArbeitnehmerInnen entweder die kleine oder die große Pendlerpauschale beantragen.

Kleine Pendlerpauschale

Die sogenannte kleine Pendlerpauschale gilt für Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mindestens 20 Kilometer von der Wohnung entfernt ist und für die eine Nutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels zumutbar und möglich ist. Bei der kleinen Pendlerpauschale können monatliche oder jährliche Grenzen bzw. Beträge abgesetzt werden.

Große Pendlerpauschale

Die große Pendlerpauschale betrifft alle Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mindestens zwei Kilometer von der Wohnung entfernt ist, für die jedoch die „Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht möglich oder zumutbar ist.“

Als unzumutbar gilt die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn:

  • auf dem halben Arbeitsweg kein öffentliches Verkehrsmittel verkehrt bzw. nicht zur nötigen Zeit,
  • der Pendler unter einer starken Gehbehinderung leidet,
  • die Wegzeiten für unter 20 Kilometer 1,5 Stunden, für über 20 Kilometer 2 Stunden, für ab 40 Kilometer 2,5 Stunden betragen.

Die Fahrtdauer bzw. Wegzeit ergibt sich aus der Summe folgender Zeiten:

  • Wegzeit von Wohnung bis zur Bus- bzw. Zughaltestelle
  • Fahrtdauer
  • Wartezeiten beim Umsteigen
  • Wegzeit Ausstiegsstelle bis zum Arbeitsplatz
  • Wartezeit auf Arbeitsbeginn.

Tipp: L 34 – Pendlerpauschale noch im selben Monat erhalten

Beantragen Sie die Pendlerpauschale mit dem Formular L 34 bei Ihrem Arbeitgeber. So kann die Pauschale gleich noch im selben Monat bei der Lohnverrechnung berücksichtigt werden. Wird sie bei der Lohnverrechnung noch nicht berücksichtigt, dann können Arbeitnehmer die Pendlerpauschale im Rahmen der Werbungskosten bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend machen. Auf der Webseite des Österreichischen Bundesministeriums für Finanzen kann das Formblatt heruntergeladen werden (http://formulare.bmf.gv.at/service/formulare/Inter-Steuern/pdfs/9999/L34.pdf).

Reform Pendlerpauschale 2013

Die Pendlerpauschale ist konstanten Änderungen ausgesetzt. Wir bieten einen Überblick über die Regelungen der vergangenen Jahre und zeigen, worauf Sie achten sollten. Die Berechnung der Pendlerpauschale bleibt 2013 zwar gleich, jedoch wurde die Freigrenze angehoben. Zudem hat der Österreichische Nationalrat weitere Änderungen bezüglich der Pauschale durchgeführt. Die neue Pendlerpauschale wurde zwar erst im Februar beschlossen, die Reform jedoch rückwirkend mit Jahresbeginn in Kraft gesetzt.

Neu im Jahr 2013:

Verbesserungen für Teilzeitbeschäftigte

Wer mindestens drei Mal die Woche pendelt, erhält die volle Pendlerpauschale. Dadurch können nun auch Wochenpendler die Pendlerpauschale beantragen. Für die volle Pendlerpauschale muss an mindestens elf Arbeitstagen im Monat gependelt werden. Wer ab 2013 zwischen acht und zehn Arbeitstage im Monat pendelt, kann zwei Drittel absetzen. Wer an mindestens vier Tagen im Monat pendelt, darf ein Drittel absetzen.

Der Pendlereuro

Wer die Voraussetzungen für die Pendlerpauschale erfüllt, kann zusätzlich einmal im Jahr einen Euro pro Kilometer des Hin- und Zurück-Arbeitsweges von der Steuer absetzen. Wer also einen 30 Kilometer langen Weg von zu Hause bis zur Arbeit entfernt ist, kann im Jahr also noch zusätzlich 60 Pendlereuro absetzen – einen Euro pro Kilometer.

Höhere Obergrenze für Pendlerzuschlag

Die Obergrenze für Pendlerzugschlag wurde von 141 auf 290 Euro angehoben. Die Erhöhung betrifft vor allem Arbeitnehmer mit geringem Einkommen, die keine Lohnsteuer zahlen. Sie erhalten nun bis zu 290 Euro Pendlerzuschlag. So können Negativsteuern von bis zu 400 Euro entstehen, die im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung ausbezahlt werden.

Das Jobticket

Das neue Jobticket ermöglicht Arbeitgeber, Arbeitnehmern die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln schmackhaft zu machen. Sie können den Angestellten steuerfrei eine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stellen, damit die Arbeitnehmer diese gratis
nutzen können. Die Unternehmer können die Kosten für das Ticket vollständig von der Steuer absetzen. Das Jobticket kann übrigens allen zur Verfügung gestellt werden, auch jenen Angestellten, die keine Pendlerpauschale erhalten. Wer allerdings das Jobticket nutzt, darf zusätzlich keine große oder kleine Pendlerpauschale in Anspruch nehmen.

Privates Dienstfahrzeug

Wer von seinem Arbeitgeber ein Dienstfahrzeug erhält, das auch privat genützt wird, erhält weder Pendlerpauschale noch Pendlereuro.

Klarstellung: Auch bei mehreren Arbeitsstätten steht dem Arbeitnehmer nur eine Pendlerpauschale im vollen Ausmaß zu, bzw. sind maximal drei Drittel möglich.

Quelle und weitere Infos:

http://www.arbeiterkammer.at/beratung/steuerundeinkommen/pendler/Pendlerpauschale_neu.html

Das bleibt von der Pendlerpauschale bestehen 

Die grundsätzliche Berechnung der Pendlerpauschale aus den Jahren 2010, 2011 und 2012 bleibt erhalten. Sowohl große und kleine Pendlerpauschale können zusätzlich zu Jobticket und Pendlereuro beantragt werden. Der Höchstabsatzbetrag für die kleine Pendlerpauschale liegt 2013 bei 2.016 Euro jährlich, für die große Pendlerpauschale bei 3.672 Euro jährlich.

Weiterhin gibt es keine Pendlerpauschale, wenn der Weg zur Arbeit unter 20 Kilometer liegt, die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel für über die Hälfte des Arbeitsweges zumutbar ist oder ein Firmenbus für den Weg zur Arbeit bereitsteht. Krankenstands- bzw. Ferientage beeinflussen die Pendlerpauschale weiterhin nicht. Nach wie vor gehen Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz weniger als 20 Kilometer entfernt liegt, leer aus.
Im Wesentlichen hat sich die Berechnung der Pendlerpauschale im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren kaum geändert. Noch immer sehen Experten die Pendlerpauschale hinsichtlich ihrer sozialen Treffsicherheit kritisch: Großverdiener würden mehr entlastet werden als Arbeitnehmer mit geringem Einkommen. Immerhin kann die Pendlerpauschale nun jedoch auch als Negativsteuer im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung ausbezahlt werden. Aktuell gibt es in Österreich etwa 1,1 Millionen Bezieher der Pendlerpauschale. Die meisten geförderten Pendler fallen dabei unter die große Pendlerpauschale bei einer Distanz von zwei bis 20 Kilometer zwischen Wohn- und Dienstort.

Quellen und weitere Infos: