(Eltern-)Karenz schließt sich in zeitlicher Hinsicht an den streng reglementierten Mutterschutz an. Im Gegensatz zu diesem besteht bei Inanspruchnahme der Karenzzeit die Möglichkeit, dass neben der Mutter, auch der Vater Betreuungsaufgaben übernimmt, die ihn einerseits von seinem aufrechten Dienstverhältnis freistellen und andererseits finanziell abgegolten werden. Dafür sorgt das Kinderbetreuungsgeld, das in Österreich in fünf unterschiedlich ausgestalteten Varianten zur Auswahl steht.

Die Dauer und Abgeltung der Karenz

Junge Eltern, die ein Kleinkind zu betreuen haben, profitieren in Österreich von der Karenzzeit, die ihnen vom Staat gewährt wird. Die Länge der Karenz bemisst sich auf zumindest zwei Monate, wobei sich diese an den 8 Wochen dauernden Mutterschutz direkt anschließen. Sobald das Kind das 2. Lebensjahr vollendet hat, endet zwar der gesetzliche Anspruch der Eltern. Auf freiwilliger Basis kann die Elternkarenz allerdings verlängert werden. In dieser Hinsicht ist es allerdings wichtig zu wissen, dass man ab diesem Zeitpunkt keinen Kündigungsschutz mehr genießt und die Verlängerung vom Dienstgeber abgesegnet werden muss.

Eltern in Karenz erhalten in diesem Zeitraum keine Lohn- oder Gehaltszahlungen von Seiten ihres Arbeitgebers. Die finanzielle Absicherung übernimmt die Krankenkasse mit der Ausbezahlung des Kinderbetreuungsgeldes. Das Kindergeld wird je nach Wunsch entweder als eine der vier Pauschalvarianten oder alternativ als einkommensabhängiges Modell gewährt. Die Entscheidung, welches System in Frage kommt, obliegt dabei ganz alleine den Eltern.

Der österreichische Weg – Karenzzeit für beide Elternteile

Das hiesige System möchte es vor allem den Vätern erleichtern, ihre Kinder im Rahmen einer Karenz zu betreuen. Aus diesem Grund werden in jedem Modell zusätzliche Bezugsmonate für das Kinderbetreuungsgeld in Aussicht gestellt, wenn sich beide Eltern die Karenzierung teilen. Abgerundet wird das österreichische Angebot an Betreuungsvarianten durch die Elternteilzeit.

Damit die Elternkarenz aber überhaupt beantragt werden kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Jeder Elternteil, der in Karenz gehen möchte, muss im selben Haushalt leben wie das zu betreuende Kind.
  • Die gesetzlichen Fristen bezüglich der Meldung müssen eingehalten werden.
  • Anspruchsberechtigt sind Beamte und Vertragsbedienstete genauso wie Dienstnehmer und Heimarbeiter.
  • Freie Dienstnehmer haben hingegen keinen Karenzanspruch.

Warum gehen dennoch wenige Väter in Karenz?

Die Antwort darauf ist relativ einfach. Das Kinderbetreuungsgeld bzw. das Geld, welches man in der Karenz erhält, ist abhängig vom Verdienst des Elternteils, welcher in Karenz geht. Da Frauen in Österreich durchschnittlich immer noch viel weniger verdienen als Männer, können es sich die meisten Familien nicht leisten, dass der Vater nicht weiterarbeit, sondern sind auf das volle Gehalt angewiesen.

Arbeitsrechtliche Auswirkungen einer Elternkarenz

Es bleibt festzuhalten, dass die Inanspruchnahme einer Karenzzeit keinen Einfluss auf den Status eines Dienstverhältnisses hat, denn es bleibt währenddessen selbstverständlich aufrecht. Aber Achtung: Die betreffenden Zeiten werden rechtlich gesehen keineswegs als normale Dienstzeiten betrachtet, sondern als so genannte neutrale Zeiten. Dadurch kommt es zu keiner Unterbrechung der Zeiten, die als Bemessungsgrundlage für eine Pension dienen, allerdings kann damit auch keine Steigerung der Pension erzielt werden.

In Hinblick auf eine Abfertigung werden Karenzzeiten hingegen sehr wohl berücksichtigt, sofern das Dienstverhältnis ab dem Stichtag 1. Januar 2003 in Kraft getreten ist. Eltern in Karenz sind außerdem in jedem Fall krankenversichert, denn ein diesbezüglicher Versicherungsschutz steht in direktem Zusammenhang mit dem Bezug des Kinderbetreuungsgeldes.

Beachten Sie bitte, dass für Sie die entsprechenden Vereinbarungen im Kollektivvertrag Gültigkeit haben, sollten Sie über einen verfügen. Die gesetzlichen Regelungen stellen in dieser Hinsicht lediglich das Mindestmaß an rechtlichen Schutzmaßnahmen für Eltern in Karenz dar.

Weitere Informationen und Quellen: