Wie wertvoll sind eigentlich Daten? Dabei gilt es, private und arbeitsbezogene Daten zu unterscheiden. Manchmal mag das Gefühl aufkommen, dass der Durchschnittsbürger kein Gespür dafür hat, wie wertvoll auch private Daten sind. Datenschützer sehen die Entwicklungen der letzten Jahre äußerst dramatisch. Journalisten, Politiker, Gewerkschafter, aber natürlich auch Privatpersonen werden ausgehorcht. Doch wie ist das überhaupt möglich? Was können wir dagegen tun? Wir wollen Ihnen einen kleinen Überblick verschaffen.

Was ist Datenschutz?

Dieser Begriff ist in unserer Gesellschaft noch relativ neu. Erst die globalen Kommunikationsmöglichkeiten brachten diesen Begriff hervor. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist das Wort entstanden. Eine klare Definition gibt es allerdings nicht. Manche sprechen davon, dass ein Schutz vor der missbräuchlichen Datenverarbeitung vorgenommen werden soll. Andere wiederum sehen darin eine informationelle Selbstbestimmung. Unabhängig davon, wie der Terminus nun definiert werden mag, Fakt ist, dass der Begriff in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Die Angst vor dem „gläsernen“ Menschen wächst. Berechtigterweise.

Wie konnte der zunehmende Datenmissbrauch überhaupt entstehen?

PRISM, XKeyscore oder Tempora dürften vielen Verbrauchern noch in den Ohren liegen. Vor allem bei PRISM wurde offensichtlich, welche Möglichkeiten der Ausspähung in der digitalen Welt möglich sind. Kurz war die Empörung groß, inzwischen dominieren wieder andere Themen die mediale Berichterstattung. Doch warum herrscht das Gefühl vor, dass es heutzutage so unglaublich einfach ist, den Datenschutz zu umgehen. Es werden schließlich Gesetze gebrochen. Es ist vor allem an der rasanten technischen Entwicklung festzumachen. Führen wir uns kurz vor Augen, was alleine in den letzten 15 Jahren passiert ist. Jeder Verbraucher verfügt heutzutage über einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone. Man ist immer mobil, immer online und somit auch immer angreifbar. Wir speichern private wie auch berufliche Sachen auf diesen Geräten, ohne uns aber darüber Gedanken zu machen, ob die Daten überhaupt gesichert sind. Hinzu kommt, dass die Technologie immer günstiger wird, sodass sich diese auch jeder leisten kann.

Welche Rolle spielte die Speicherplatzrevolution?

Die Informationstechnologie hatte lange Zeit mit einem massiven Problem zu kämpfen: Wo sollen die ganzen Daten gespeichert werden? Man kann zwar nicht sagen, dass das Problem gänzlich aus der Welt geschaffen wurde, allerdings sind die heutigen Möglichkeiten beeindruckend. Das Internet wächst exponentiell. Während Sie diese Zeilen lesen, wächst der Cyberspace. Und zwar in einem enormen Ausmaß. Hinzu kommt, dass das Internet ein Elefantengedächtnis hat. Etwas endgültig zu löschen ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden und nahezu unmöglich. Somit ist es einigermaßen ökonomisch möglich Daten langfristig zu speichern. Krankenversicherungen? Speichern alles auf Computern. Krankenhäuser? Speichern alles auf Computern. Schließlich ist das platzsparender und effizienter. Wollte man früher eine alte Akte finden, musste das Archiv in mühsamer Handarbeit durchforstet werden. Heute gebe ich den Begriff in eine Suchleiste ein und erhalte umgehend ein Ergebnis.

Welche Datenmengen produzieren wir?

Das Problem ist vor allem darin auszumachen, dass wir uns dessen nicht bewusst sind, welche Menge an Daten wir überhaupt produzieren. Sollten Sie diesen Text beispielsweise an einem Smartphone lesen, so geben Sie Ihren Standort preis. Sogenannte Metadaten werden ständig im Hintergrund versendet. Aktiv bekommen Sie das natürlich nicht mit. Ob diese gesendeten Daten ausreichend vor Missbrauch geschützt werden, sei dahingestellt. PRISM hat eindrucksvoll gezeigt, was alles möglich ist und bereits ausgeführt wird.

Wie können wir uns besser schützen?

Mit Hilfe von Smartphone und Computer könnte ein anderer Mensch ein Bewegungsprofil anlegen, berufliche Aktivitäten festhalten, Kontakte überprüfen und die Kommunikation überwachen. Wir wären also gänzlich „gläsern“. Wie schützt man sich davor, sowohl im Privatleben wie auch Berufsleben? Offen gesagt wird das immer schwieriger, da die Welt zunehmend vernetzter ist. Das Missbrauchspotential steigt von Tag zu Tag an. Wir erledigen Einkäufe, Banküberweisungen und unsere private und berufliche Kommunikation über das Internet. Theoretisch, wenn man mit ausreichender Kenntnis und Hardware versehen ist, lässt sich das Ausspähen verhindern. Das Problem ist, dass die Verbraucher sich nicht aktiv schützen. Natürlich gibt es Möglichkeiten, den Datenschutz zu erhöhen. Eine 100%ige Garantie herrscht allerdings niemals vor. Das entscheidende Wort lautet Sensibilisierung. Datenschützern muss mehr Gehör verschafft werden. Deren Aufgabe ist es, einfach und nachvollziehbar darzulegen, wie sich der Verbraucher privat und beruflich besser schützen kann. Aus diesem Grund wollen wir nun drei Beispiele anführen, die in beiden Bereichen Anwendung finden können:

  • E-Mails verschlüsseln
  • Festplatte verschlüsseln
  • Smartphone verschlüsseln

Wie schützen Sie Ihre E-Mails?

Per E-Mail findet sowohl private wie auch berufliche Kommunikation statt. Dementsprechend wichtig ist es, dass hier ein Schutz erfolgt. Viele Verbraucher beschäftigen sich mit diesem Thema nicht, da ihnen nicht klar ist, wie einfach Missbrauch geschehen kann. Heutzutage lassen sich E-Mails sehr einfach und effizient verschlüsseln. E-Mails sollten nur über eine verschlüsselte Verbindung verschickt werden. Ein Eingangsserver also per POP3 oder IMAP mit SSL Verschlüsselung versehen. Beim Postausgangsserver stehen SMTP mit SSL oder TLS Verschlüsselung zur Verfügung. In der Regel bietet jeder Provider diese technischen Voraussetzungen. Ist dies nicht der Fall, sollte der Anbieter umgehend gewechselt werden. Auf diesem sehr einfachen Weg wird versichert, dass eingehende wie auch ausgehende E-Mails verschlüsselt werden. Sollte es jemand auf Ihre Daten abgesehen haben, ist der Missbrauch nun deutlich schwieriger, aber nicht unmöglich.

Wie schützen Sie Ihre Festplatte?

Da in unseren Gefilden Windows das mit Abstand am meisten verbreitetste Betriebssystem ist, wollen wir uns auch an diesem Beispiel orientieren. Wie also können Sie einfach und schnell Ihre Festplatte verschlüsseln, um sensible Daten zu schützen? Das kostenlose Programm Truecrypt reicht hierfür aus. Hier werden Daten in sogenannten Container-Dateien gespeichert. Nur mit Hilfe eines Passwortes erhalten Sie Zugriff auf diese Dateien, die quasi wie ein zusätzliches Laufwerk angelegt sind. Dabei empfehlen wir, dass nicht nur einzelne Verzeichnisse, sondern das gesamte Betriebssystem verschlüsselt wird, um die Funktion des Programmes garantieren zu können.

Wie schützen Sie Ihr Smartphone?

Dieser Bereich ist sehr heikel und schwierig. Adressen, Kontakte, Fotos und vieles mehr werden auf dem technischen Gerät gespeichert. Nun kann es zwar sein, dass Sie Ihr Smartphone sicher eingerichtet haben, viele Daten, bedingt durch Apps wie WhatsApp, aber dennoch weitergeleitet werden. Auch das Betriebssystem Android mit Google im Hintergrund sorgt bei Datenschützern für Kopfzerbrechen. Hier empfiehlt sich das freie Betriebssystem CvanogenMod. Mit Apps wie Textsecure oder RedPhone lässt sich außerdem die Kommunikation, also Chats, SMS und Telefonieren, verschlüsseln. Problematisch bleibt weiterhin, dass die Betriebssysteme angreifbar bleiben. In diesem Bereich wird sich in den nächsten Jahren noch einiges tun.

Fazit:

Der Datenschutz wird hierzulande auf die leichte Schulter genommen. Dieser Fakt sorgt für Bedenken, vor allem bei Datenschützern. Es ist schon erstaunlich, wie viele Daten Verbraucher freiwillig preisgeben, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was das für Konsequenzen haben könnte. Bonussysteme oder Rabattsysteme, die über eine Karte vorgenommen werden, dienen dazu, um das Kaufverhalten der Kunden zu eruieren. Anschließend werden personalisierte Angebote vorgenommen. Der eine Verbraucher sieht darin einen Vorteil, der andere Verbraucher fühlt sich in seiner Privatsphäre verletzt. Wichtig ist, dass wir sensibler und bewusster mit Daten umgehen. Viele kostenlose und einfach zu bedienende Tools helfen uns dabei, sowohl im privaten wie auch im beruflichen Bereich, einen besseren Datenschutz zu installieren.

Quellen und weitere Informationen: