Die häufigsten Fragen zu Flüchtlingen

Zum Thema Flüchtlinge und Asylwerber tauchten in den letzten Monaten sehr viele Fragen und leider auch Falschinformationen auf. Am Arbeitsplatz, am Stammtisch, in der Politik und in den sozialen Medien: Es gibt viele Diskussionen und Informationen, die sich für oder gegen Flüchtlinge aussprechen. Aus Falschinformationen oder zu wenigen Informationen resultieren Angst oder sogar Hass gegen Flüchtlinge. Das muss nicht sein. Wir haben versucht alle Fragen zusammenzutragen und jeweils mehrere vertrauenswürdige Quellen anzugeben.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr diesen Artikel weitergebt, wenn ihr seht, dass Falschinformationen verbreitet, oder Fragen z.B. in Facebook gestellt werden. Mit einem Share helft ihr, die Angst & Unsicherheit vor den Flüchtlingen zu nehmen!

Video: Die Flüchtlingskrise erklärt

Dieses Video erklärt die Flüchtlingskrise und den Krieg in Syrien und beantwortet bereits sehr viele Fragen rund um das Thema Flüchtlinge.

Artikel gegen Vorurteile und Falschinformationen

Häufiges: Allgemeine Fragen zu Flüchtlingen

Wie viele Flüchtlinge gibt es weltweit ?

Derzeit befinden sich weltweit knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde. Und sie wächst weiter…. Jeden Tag machten sich durchschnittlich 42.500 Menschen auf den Weg auf der Suche nach Frieden, Sicherheit und einem neuen Leben…. die Hälfte davon sind Kinder. Quelle: uno-fluechtlingshilfe.de

Warum kommen so viele Flüchtlinge nach Europa?

In vielen Krisenstaaten gibt es keine Aussicht auf Besserung: Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind 220.000 Menschen in den Gefechten zwischen den Truppen von Präsident Baschar al-Assad und verschiedenen Rebellen-Gruppen gestorben.

Viele Syrer in der Türkei fürchten die Abschiebung:Zwei Millionen meist syrische Flüchtlinge halten sich laut UNHCR derzeit in der Türkei auf. 300.000 von ihnen leben demnach in insgesamt 27 Lagern nahe der Grenze zu Syrien. 1,7 Millionen weitere Flüchtlinge haben in der Türkei Privatwohnungen angemietet oder sind bei Verwandten und Freunden untergekommen. Offenbar sorgt derzeit ein Gerücht unter den syrischen Vertriebenen für Aufruhr: Wie die Zeitung Hürriyet berichtet, fürchten junge syrische Männer, von der türkischen Regierung in ihr Heimatland abgeschoben zu werden.

Das Geschäft mit den Flüchtlingen wächst: Seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 und dem Erstarken der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Irak hat sich im Nahen Osten und Teilen Nordafrikas eine Flüchtlingsindustrie entwickelt… 

Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/fluechtlinge-prognose-deutschland-europa

Vormarsch der Dschihadisten: In Syrien rückt der „Islamische Staat“ in der Provinz Homs vor. Dort leben viele Syrer, die religiösen Minderheiten angehören. Viele von ihnen haben den Glauben an eine Zukunft in ihrer Heimat verloren. Sie setzen sich lieber direkt nach Europa ab, als innerhalb Syriens zu flüchten.

Perspektivlosigkeit: Sie ist der wichtigste Fluchtgrund. Seit Jahren tobt die Gewalt in Syrien und im Irak. Das Leben vieler Menschen steht still. Sie können aus Angst vor Gefechten ihre Häuser kaum verlassen, nicht mehr zur Arbeit, nicht mehr zur Universität oder Schule gehen. Um sie herum wird alles teurer und frisst ihre Ersparnisse auf. Der Krieg durchdringt ihr Leben. Alles wird immer schlimmer, kein Ende ist absehbar.

 Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-aus-syrien-und-irak-warum-gerade-jetzt-so-viele-fliehen-a-1052095.html

Definition: Was bedeutet Asylant / Migrant / Flüchtling?

Die Rechte für Flüchtlinge sind in der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 festgelegt. Mittlerweile halten sich 147 Staaten daran. Als Flüchtlinge werden nicht nur politisch Verfolgte anerkannt, sondern auch Menschen, denen wegen ihrer Rasse, Religion oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe in ihrem Heimatland Gefahr droht. Quelle: http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/punkt/syrien-fluechtling-asylbewerber-100.html

Menschen, die in einem fremden Land Asyl, also Schutz vor Verfolgung, suchen und deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, werden Asylwerber oder Asylsuchende genannt. Der Begriff „Asylant“ wird ebenfalls verwendet, hat aber im Alltagsgebrauch eine abwertende Bedeutung bekommen. Quelle: http://www.unhcr.at/unhcr/in-oesterreich/fluechtlingsland-oesterreich/questions-and-answers/asylsuchende-in-oesterreich.html

Ein Migrant ist, wer innerhalb eines Landes oder über Staatsgrenzen hinweg an einen anderen Ort zieht. Genau genommen sind also auch Flüchtlinge Migranten. Meist ist jedoch von Migration die Rede, wenn jemand sein Heimatland freiwillig verlässt, um seine Lebensbedingungen zu verbessern. Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/fluechtlinge-531.html

Warum haben Flüchtlinge Handys oder Smartphones?

Eine Frage von uns: Wenn Sie schnell Ihr Zuhause verlassen müssten, was würden Sie einpacken? Geldtasche, Schlüssel, Smartphone und wichtige Dokumente, richtig?

Tatsächlich haben viele Flüchtlinge ein Smartphone…Mit Luxus hat das überhaupt nichts zu tun… Es ist in Wirklichkeit oft der einzige und wichtigste Gegenstand, den die Flüchtlinge besitzen. Das einzige Mittel, um mit der Familie zu Hause in Kontakt zu bleiben oder mit Familienmitgliedern, die auf der Flucht an unterschiedlichen Orten gestrandet sind. Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/vorurteile-warum-handys-fuer-fluechtlinge-kein-luxusartikel-sind-1.2603717

Warum sind die meisten Flüchtlinge Männer?

Eine Flucht ist teuer und sehr gefährlich. Viele Menschen setzen dabei ihr Leben aufs Spiel:

Unter den Asylbewerbern in der EU sind deutlich mehr Männer als Frauen. Unter den Flüchtlingen weltweit gibt es diesen Unterschied nicht. Familien in Not hoffen, dass ihre jungen Männer die Reise nach Europa schaffen – und ihre Angehörigen dann nachholen können oder aus der Ferne unterstützen. Aus dem Bürgerkriegsland Syrien flüchten die Menschen erst in Lager in Nachbarländern und von dort aus reisen viele Männer weiter. Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-in-europa-warum-vor-allem-maenner-asyl-suchen-1.2584201

Experten verweisen darauf, dass es kaum leistbar ist, Schlepper zu zahlen. Mit dem von Familienmitgliedern, Nachbarn und Freunden gesammelten Geld wird dann der losgeschickt, dem man am ehesten zutraut, am Ziel anzukommen. Meist ist es der Kräftigste und Intelligenteste. Die Familie hofft, dass er es schafft, in einem sicheren Land eine neue Existenz aufzubauen und sie dann zu sich holt. Frau und Kinder, die zurückblieben, sind im großfamiliären Verband eingebunden. Quelle: https://www.kleinezeitung.at/k/kaernten/landespolitik/4663345/Interview_Warum-fliehen-nur-die-Maenner

Welche Leistungen bekommen Asylansuchende?

… wenn Asylsuchende in organisierten Unterkünften leben: Asylsuchende sind zumeist in einfachen Mehrbettzimmern untergebracht und teilen sich Bad, Toilette und Gemeinschaftsräume. Wenn auch für Essen gesorgt ist, dann bekommen Asylsuchende einen Betrag von 40 Euro pro Monat bar ausbezahlt.

Wenn Asylsuchende selbstständig wohnen: Eine einzelne Person bekommt monatlich maximal 320 Euro für alle Ausgaben wie Miete, Heizung, Strom, Essen usw. ausbezahlt. Der vergleichbare Betrag aus der Mindestsicherung für einen Österreicher liegt bei maximal 795 Euro.Eine fünfköpfige Familie – also Mutter, Vater und drei minderjährige Kinder – bekommt insgesamt ca. 910 Euro monatlich. Zum Vergleich: Eine fünfköpfige österreichische Familie, die Leistungen aus der Mindestsicherung bezieht, hat zumindest 2.200 Euro zur Verfügung.

Quelle: http://www.unhcr.at/unhcr/in-oesterreich/fluechtlingsland-oesterreich/soziale-leistungen.html

Mehr dazu unter „Wie viel Geld bekommt ein Flüchtling“.

Was darf ein Flüchtling in Österreich?

Es ist ein Problem, das angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise an Brisanz gewinnt: Von den 50.000 Flüchtlingen, die heuer nach Österreich kommen, werden wohl die meisten die oft jahrelange Wartezeit bis zur Erledigung ihres Asylantrags in quälender Untätigkeit verbringen müssen. Aufgrund der strengen Regelungen verfügen derzeit gerade einmal 200 Asylwerber (von rund 35.000 in Grundversorgung) über eine Beschäftigungsbewilligung, wovon 106 Lehrlinge sind. In Wien sind es laut AMS 36 (25 Lehrlinge). Der Großteil ist in der Gastronomie tätig. Auch die Zahl der selbstständig Beschäftigten sei laut AMS wohl nur marginal. Quelle: http://kurier.at/chronik/oesterreich/asyl-fluechtlinge-wer-arbeiten-darf-und-wer-nicht/131.045.559

Personen, deren Asylantrag positiv entschieden wurde (Asylberechtigte), dürfen dauerhaft in Österreich bleiben. Sie sind rechtlich als Flüchtlinge anerkannt und haben vollen Zugang zum Arbeitsmarkt sowie die Möglichkeit, einen Konventionsreisepass zu beantragen. Als Asylwerberin/Asylwerber gilt eine Fremde/ein Fremder während des Asylverfahrens von Antragstellung bis zur rechtskräftigen Entscheidung. Quelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/321/Seite.3210001.html

Wie viele Flüchtlinge kommen noch?

Österreich hat von Samstagfrüh bis Sonntagmittag mehr als 22.000 Menschen in Empfang genommen. (20.09.2015) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/eu-mehr-als-fluechtlinge-an-diesem-wochenende-in-oesterreich-1.2655957

Wie viele Flüchtlinge sind derzeit noch auf der Balkanroute unterwegs? Schätzungen der österreichischen Regierung zufolge an die 200.000. Auf der Balkanroute setzte am Montag Panik wegen des Schließens der Tore ein. Zehntausende strömten in den Norden, bevor Ungarn seine Einwanderungsgesetze verschärft und die Grenze zu Serbien dicht macht… Nach Deutschland führt auch Österreich Grenzkontrollen ein. Allein am Montag kamen bis zu 25.000 ins Land. Mit der jüngsten Welle sind es nun rund 40.000 Menschen. (15.09.2015) Quelle: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4821126/Fluchtlinge_Noch-200000-auf-der-Balkanroute

Woher kommen Flüchtlinge?

Vorurteil: Die meisten Flüchtlinge kommen aus sicheren Herkunftsländern. Das stimmt nicht. Im aktuellen Ranking der Herkunftsländer steht Syrien an erster Stelle, gefolgt von Albanien, Afghanistan, dem Irak, Serbien, dem Kosovo, Eritrea, Mazedonien, Pakistan und Montenegro. Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Woher-kommen-all-die-Fluechtlinge-article15691606.html

Welche Rechte hat ein Asylwerber?

Ein Flüchtling hat das Recht auf Sicherheit in einem anderen Land. Völkerrechtlicher Schutz geht jedoch über die physische Sicherheit hinaus. Flüchtlinge sollten die gleichen Rechte und Hilfsleistungen erhalten, so wie sie auch andere Ausländer, die sich rechtmäßig in dem betreffenden Land aufhalten, zugesprochen bekommen. Quelle: http://www.unhcr.at/mandat/questions-und-answers/fluechtlinge.html

Es gibt in Österreich ein Asylgesetz: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20004240 :

§ 12. (1) Ein Fremder, der in Österreich einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, kann, außer in den Fällen des § 12a, bis zur Erlassung einer durchsetzbaren Entscheidung, bis zur Gegenstandslosigkeit des Verfahrens oder nach einer Einstellung bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Fortsetzung des Verfahrens gemäß § 24 Abs. 2 nicht mehr zulässig ist, weder zurückgewiesen, zurückgeschoben oder abgeschoben werden (faktischer Abschiebeschutz); § 32 bleibt unberührt. Sein Aufenthalt im Bundesgebiet ist zulässig. Ein auf Grund anderer Bundesgesetze bestehendes Aufenthaltsrecht bleibt unberührt. § 16 Abs. 4 BFA-VG gilt.

(2) Der Aufenthalt eines Fremden, der einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat und dem kein Aufenthaltsrecht zukommt, ist für die Dauer des Zulassungsverfahrens vor dem Bundesamt lediglich im Gebiet der Bezirksverwaltungsbehörde, in dem sich sein Aufenthaltsort im Sinne des § 15 Abs. 1 Z 4 befindet, zulässig. Darüber hinaus ist sein Aufenthalt im gesamten Bundesgebiet zulässig, wenn und solange dies

1. zur Erfüllung von gesetzlichen Pflichten notwendig ist
2.notwendig ist, um Ladungen von Gerichten, Staatsanwaltschaften und Verwaltungsbehörden Folge zu leisten oder
3.für die Inanspruchnahme einer medizinischen Versorgung und Behandlung notwendig ist.

Nach Abschluss des Zulassungsverfahrens vor dem Bundesamt ist der Aufenthalt des Fremden, solange ihm faktischer Abschiebeschutz zukommt, im gesamten Bundesgebiet zulässig.

(3) Der Aufenthalt gemäß Abs. 1 und 2 stellt kein Aufenthaltsrecht gemäß § 13 dar.

§ 13. (1) Ein Asylwerber, dessen Asylverfahren zugelassen ist, ist bis zur Erlassung einer durchsetzbaren Entscheidung, bis zur Einstellung oder Gegenstandslosigkeit des Verfahrens oder bis zum Verlust des Aufenthaltsrechtes (Abs. 2) zum Aufenthalt im Bundesgebiet berechtigt. Ein auf Grund anderer Bundesgesetze bestehendes Aufenthaltsrecht bleibt unberührt.

Wie viele Flüchtlinge leben in Österreich?

Nach Schätzungen von UNHCR lebten Anfang 2014 rund 55.600 Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte in Österreich. Quelle: http://www.unhcr.at/unhcr/in-oesterreich/fluechtlingsland-oesterreich/questions-and-answers/fluechtlinge-menschen-die-schutz-brauchen.html

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker veröffentlichte am 9. September den Schlüssel zur Verteilung von 120.000 Flüchtlingen auf die EU-Beitrittsstaaten. Entlastet werden sollen dabei Italien, Griechenland und Ungarn. So setzt sich das Kontingent aus 15.600 Flüchtlingen aus Italien, 50.400 aus Griechenland und 54.000 aus Ungarn zusammen.

Österreich soll laut Quote 3.640 Flüchtlinge aufnehmen, 473 Personen sollen von Italien, 1.529 von Griechenland und 1.638 von Ungarn übernommen werden. Die meisten Flüchtlingen müssten laut neuer Quote Deutschland und Frankreich aufnehmen. Quelle: http://medienservicestelle.at/migration_bewegt/2015/09/10/ueber-400-000-asylantraege-in-eu-im-ersten-halbjahr-2015/

Das Innenministerium rechnet für heuer mit 80.000 Asylanträgen, wovon rund 30.000 positiv erledigt werden dürften. Die Chance, dass Syrien, Afghanistan, der Irak oder Eritrea in absehbarer Zeit zu friedlichen, sicheren Ländern werden, ist gering. Quelle: http://www.profil.at/oesterreich/migration-fluechtlinge-oesterreich-5855533

Warum wollen die Flüchtlinge nach Deutschland?

Die meisten Asylsuchenden gehen dorthin, wo bereits Kontakte und Anknüpfungspunkte bestehen… Die Flüchtlinge folgen ihren Verwandten und Bekannten in die Bundesrepublik. … Die besondere Anziehungskraft Deutschlands rührt aber auch von den politischen Signalen her, die Berlin aussendet. Der Satz „Wir schaffen das“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hallt in den Köpfen vieler Flüchtlinge nach. 

Viele reden über Deutschland wie das gelobte Land. Die Bundesrepublik gilt als weltoffen, verspricht ein gutes Bildungssystem, medizinische Versorgung, Religionsfreiheit.

Auch die Wirtschaftskraft zieht die Menschen in die Bundesrepublik. Die Flüchtlinge versprechen sich Jobs in der neuen Heimat.

Geld führt kaum ein Flüchtling als Grund an. Das Konzept des Wohlfahrtsstaats ist den meisten fremd. Asylpolitik und flüchtlingspolitische Regelungen wie Schutzquoten und Versorgungsleistungen beeinflussten die Entscheidung nur eingeschränkt, berichtet auch das BAMF. 

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/Warum-Fluechtlinge-nach-Deutschland-wollen;art17,1977724

Flüchtlinge in Österreich

Wie viele Flüchtlinge kann Österreich aufnehmen?

Erst im Mai sprach man von 40.000 Flüchtlingen für ganz Europa (Quelle: news.at). Inzwischen gibt es eine Quote für 120.000 Flüchtlinge, die auf die Staaten aufgeteilt werden müssen (Quelle: kurier.at). Nur 3640 soll Österreich aufnehmen. Angesichts der zehntausenden, die in den letzten Tagen in Österreich angekommen sind und versorgt werden konnten, sollte diese, oder auch eine höhere Zahl kein Problem für Österreich darstellen. Die Bereitschaft aus der Bevölkerung ist groß und vieles, was die Flüchtlinge brauchen, kann über Spenden akquiriert werden. 

Wie viele Flüchtlinge kommen täglich nach Österreich?

Aktuell kommen und gehen tausenden Flüchtlinge pro Tag nach und von Österreich. Aktuelle Zahlen konnten wir leider keine finden. Über Hinweise auf aktuelle Zahlen wären wir sehr dankbar.

Im burgenländischen Nickelsdorf halten sich etwa 4.700 Flüchtlinge auf, in der Steiermark sind rund 1.400 Schutzsuchende untergebracht, viele warten auf die Weiterreise. (20.09.2015) Quelle: http://derstandard.at/2000022483785/Kommen-und-Gehen-an-Oesterreichs-Grenzen

Allein am Montag kamen bis zu 25.000 ins Land. Mit der jüngsten Welle sind es nun rund 40.000 Menschen. (15.09.2015) Quelle: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4821126/Fluchtlinge_Noch-200000-auf-der-Balkanroute

Wo werden Flüchtlinge untergebracht?

Das Rote Kreuz hat am Sonntag rund 16.000 Übernachtungen von Flüchtlingen in Österreich kalkuliert. „Rund 7.000 Personen sind noch in Nickelsdorf, 9.000 sind schon unterwegs zu Quartieren“, sagte Bundesrettungskommandant Gerry Foitik der APA. „Sowohl Transport- als auch Quartierkapazitäten sind mittlerweile sehr gering.“

Die Notunterkünfte in Wien waren bereits am frühen Abend ausgelastet. Flüchtlinge würden auch weiter in Unterkünfte in der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg gebracht, sagte Foitik. Einen genauen Überblick, wie viele Schutzsuchende sich in Österreich befinden, gebe es nicht, da sie nicht registriert werden.

„Bis zu 5.000 Menschen werden in Nickelsdorf übernachten, es können nicht alle weitergebracht werden“, sagte Foitik. Quelle: https://derstandard.at/jetzt/livebericht/2000022484730/auf-der-flucht-tausende-fluechtlinge-warten-in-nickelsdorf-auf-weiterreise—autobahn-gesperrt

Wann dürfen Asylbewerber arbeiten?

In Österreich legt der Gesetzgeber fest, dass ein Arbeitgeber für einen Asylwerber zwar einen Antrag auf Arbeitsbewilligung stellen kann, dieser jedoch ein so genanntes Ersatzkraftverfahren bestehen muss. In der Praxis bedeutete das, wenn ein Inländer oder ein integrierter Ausländer für diesen Job infrage kam, wurde die Bewilligung nicht erteilt. In der schwarz-blauen Ära wurde diese Regelung noch verschärft.  Quelle und weitere Informationen: http://www.profil.at/home/asyl-asylwerber-prostituierte-erntehelfer-335349

Fragen zum Geld

Wie viel Geld bekommt ein Asylsuchender in Österreich?

… wenn Asylsuchende in organisierten Unterkünften leben: Asylsuchende sind zumeist in einfachen Mehrbettzimmern untergebracht und teilen sich Bad, Toilette und Gemeinschaftsräume. Wenn auch für Essen gesorgt ist, dann bekommen Asylsuchende einen Betrag von 40 Euro pro Monat bar ausbezahlt.

Wenn Asylsuchende selbstständig wohnen: Eine einzelne Person bekommt monatlich maximal 320 Euro für alle Ausgaben wie Miete, Heizung, Strom, Essen usw. ausbezahlt. Der vergleichbare Betrag aus der Mindestsicherung für einen Österreicher liegt bei maximal 795 Euro.Eine fünfköpfige Familie – also Mutter, Vater und drei minderjährige Kinder – bekommt insgesamt ca. 910 Euro monatlich. Zum Vergleich: Eine fünfköpfige österreichische Familie, die Leistungen aus der Mindestsicherung bezieht, hat zumindest 2.200 Euro zur Verfügung.

Quelle: http://www.unhcr.at/unhcr/in-oesterreich/fluechtlingsland-oesterreich/soziale-leistungen.html

Alle Flüchtlinge in Österreich erhalten einen grundlegenden Krankenversicherungsschutz, es gibt auch finanzielle Leistungen für pflegebedürftige Personen. Pro 170 Asylwerber wird ein Berater oder Betreuer finanziert, Dolmetscher fallen nicht darunter. Andere Leistungen erhalten sie indirekt. So erhält jeder Asylwerber eine Bekleidungshilfe von bis zu 150 Euro jährlich in Form von Gutscheinen, meist von Second-Hand-Shops.

Der Schulbesuch von Minderjährigen wird mit bis zu 200 Euro pro Schuljahr gefördert, welche überwiegend auch nicht direkt ausbezahlt werden. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dürfen einen Deutschkurs mit 200 Unterrichtseinheiten besuchen. Bezahlt werden 3,63 Euro pro Einheit, also maximal 726 Euro für 200 Einheiten. Quelle: http://www.vol.at/von-grundversorgung-bis-taschengeld-das-bekommen-asylwerber-wirklich/4356584

Wie viel bekommt man für die Unterbringung von Flüchtlingen?

Beispiel Oberösterreich:

Vollversorgung:
Die Flüchtlinge werden in einem Quartier eines privaten Betreibers
untergebracht. Der Quartiersgeber erhält pro Flüchtling einen Tagsatz von bis zu 19€ und stellt dafür Unterkunft und Verpflegung bereit. Die Flüchtlinge erhalten 3 Mahlzeiten täglich sowie ein monatliches Taschengeld in Höhe von € 40 pro Person. Diese Unterbringungsform ist in OÖ die Ausnahme. 

Selbstversorgung:
in einem organisierten Quartier: Die Flüchtlinge werden in
einem Quartier untergebracht, in welchem sie sich selbst versorgen müssen. Die Höhe des Lebensmittelgelds beträgt bei Erwachsenen täglich 5,50 €, bei Minderjährigen 121 € monatlich. Im Rahmen der Selbstversorgung erhalten die Flüchtlinge kein weiteres Taschengeld.
Der Quartierbetreiber (in OÖ Caritas, Volkshilfe, SOS Menschenrechte oder private Betreiber) erhält pro Person einen Tagsatz in Höhe von 19€. Davon muss er den Flüchtlingen das Lebensmittelgeld ausbezahlen
und sämtliche anfallende Kosten decken (Miete, Betriebskosten, Personal usw.).
Neben der Unterbringung der Flüchtlinge in einem organisierten Quartier gibt es noch die Möglichkeit, dass Flüchtlinge in eine Privatwohnung ziehen. Diese Möglichkeit ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich die Flüchtlinge bereits seit längerer Zeit in
Österreich aufhalten und abzusehen ist, dass ein Aufenthaltstitel erteilt wird. Vom Land OÖ. wird die Zustimmung für diese Wohnform allerdings nur in Ausnahmefällen erteilt.
Eine Familie erhält einen maximalen Zuschuss pro Monat von 240 € für Miete und Betriebskosten, für eine Einzelperson wird ein Zuschuss zur Miete in Höhe von 120€ pro Monat ausbezahlt. Erwachsene erhalten ein Verpflegungsgeld  von 200€, Minderjährige 90 € pro Monat. Zu bezahlen sind Miete, Betriebskosten,
Lebensmittel sowie alle sonstigen Ausgaben.

Quelle: http://www.dioezese-linz.at/dl/MsNLJKJkMoKKJqx4KJK/FAQs_Asylunterkuenfte_2014.pdf

Weitere Fragen, welche wir so bald wie möglich beantworten:

Flüchtlinge Aufnehmen

Wie kann man Flüchtlingen helfen?

Flüchtlingsanträge

Wer entscheidet über Asylanträge?

Wie viele Asylanträge werden abgelehnt?

Wie stellt man einen Asylantrag?

Wie lange dauert ein Asylantrag / das Asylverfahren?

Wer kann einen Asylantrag stellen?

Wer bearbeitet Asylanträge?

In welchem Fall werden Flüchtlinge abgeschoben / ein Asylantrag abgelehnt?

Geographisches

Woher kommen die Flüchtlinge?

Warum gibt es Flüchtlinge aus Serbien?

Warum gibt es Flüchtlinge aus Russland?

Warum gibt es Flüchtlinge aus Albanien?

Warum gibt es Flüchtlinge aus dem Kosovo?

Welche Länder nehmen (wie viele) Flüchtlinge auf?

Welches Land hat die meisten Flüchtlinge?

Welches EU Land hat die meisten Flüchtlinge?

fluechtlinge-asylanten-fragen-informationen

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Umfrage zur Steuerreform 2016: Über 80% vertrauen Politikern NICHT

Die Ergebnisse der Umfrage zur Steuerreform 2016 sind da!

Die Umfrage fand im August und September 2015 unter rund 60.000 Besuchern von BruttoNetto-Rechner.at statt. 500 Personen nahmen an der Umfrage teil (Stichprobe N = 500).

Die Infografik zeigt die Ergebnisse*:

Steuerreform 2016 Infografik

Infografik: Steuerreform 2016 Umfrageergebnisse

*Details und korrekter Wortlaut der Umfrage:

  1. Ab Jänner 2016 gibt es in Österreich eine neue Steuerreform – wussten Sie davon? Ja: 78,9%; Nein: 21,1%
  2. Glauben Sie, dass Sie durch die Steuerreform mehr Netto-Gehalt bekommen? Ja: 47,8%; Nein: 52,2%
  3. Vertrauen Sie den Politikern, die diese Steuerreform umgesetzt haben? Ja: 19,6%; Nein: 80,4%

 

Was bedeutet dieses Ergebnis für die beteiligten Parteien und den Wahlkampf?

Für die Koalitionsparteien, ÖVP und SPÖ, die diese Steuerreform beschlossen haben, kommt dieses Ergebnis gerade vor dem kommenden Wahlkampf zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Die Oppositionsparteien hingegen profitieren sicherlich von dem fehlenden Vertrauen in die Regierung.