Spindelegger Interview mit Armin Wolf – „Schwindelegger“?

Nach den Nationalratswahlen im September (wir berichteten) gibt es nun eine neue Schwarz-Rote Regierung unter Faymann (Kanzler) und Spindelegger (Vizekanzler). Seither muss sich der neue Vizekanzler und Finanzminister Spindelegger großer Kritik stellen. Die Wahl für Sebastian Kurz als Außenminister wurde kritisch beäugt und Spindelegger selbst als Finanzminister wird nicht nur in den sozialen Medien belächelt, sondern hat sich mit den letzten Aktionen (nichterscheinen beim EU Gipfel)  nun seit einem Interview mit Armin Wolf selbst ins „Aus“ geschossen.

DieTagespresse z.B. veröffentlichte folgende „Spaßbilder“:

Bildquelle: http://dietagespresse.com/teenager-werden-aussenminister-kurz-erhaelt-reality-show-auf-atv/

Bildquelle: http://dietagespresse.com/geheime-sms-rekrutierte-spindelegger-seine-neuen-minister/

Spindelegger Fehler beim Interview mit Armin Wolf

Die Panne dieser Woche war für Spindelegger im Interview mit Armin Wolf in der ZIB2, wie Armin Wolf auf seiner Facebook Seite später postet:

Das Interview kann in der ORF TVThek hier aufgerufen werden: 

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/7263065

Konkret konnte Herr Spindelegger im Interview leider nicht wirklich sinnvoll beantworten, was ihn als Finanzminister qualifiziert und warf gleich noch eine Falschaussage zum Rating zu Österreich nach. Auf Armin Wolfs Facebookseite gehen die Wogen zum neuen Finanzminister nun hoch… eines der meistgeklickten Kommentare: „Schwindelegger“.

Anfang der Woche musste Spindelegger auch Kritik vom deutschen Finanzminister Schäuble einstecken, weil er nicht zum EU Gipfel gekommen ist (oe24.at berichtete).

Wahrlich kein guter Start für die neue Regierung und speziell die ÖVP unter Spindelegger. Wir werden sehen, wohin das führen wird.

Die neue Koalition unter Faymann und Spindelegger

Die komplette neue Koalition und Kabinett können laut Format.at:

Die Minister und die Staatssekretäre im Überblick

SPÖ:

  • Werner Faymann: Bundeskanzler

Ministerien:

  • Rudolf Hundstorfer: Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
  • Gabriele Heinisch-Hosek: Unterricht, Frauen
  • Alois Stöger: Gesundheit
  • Gerald Klug: Landesverteidigung und Sport
  • Doris Bures: Verkehr, Innovation und Technologie
  • Josef Ostermayer: Kanzleramt (Medien, Beamte, Kunst und Kultur)

Staatssekretärin:

  • Sonja Steßl: Finanzen

ÖVP:
Ministerien:

  • Michael Spindelegger: Finanzen, Vizekanzler
  • Johanna Mikl-Leitner: Inneres 
  • Sebastian Kurz: Äußeres 
  • Wolfgang Brandstetter: Justiz 
  • Reinhold Mitterlehner: Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung
  • Sophie Karmasin: Familie und Jugend
  • Andrä Rupprechter: Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Staatssekretär:

  • Jochen Danninger: Finanzen

Quellen und weitere Informationen:

Das SuperWochenende & der SuperSamstag

Die WKO spricht von einem „Durchbruch“ bei dem Arbeitszeitmodell, welches in Österreich am 01.09.2013 eingeführt wurde:

„Die neu geschaffene Möglichkeit als zusätzliche Gestaltungsmöglichkeit zur bestehenden ‚Schwarz-Weiß-Regelung‘ ist kundenorientiert und ermöglicht es, auf die Wünsche und Bedürfnisse sowohl der Mitarbeiter als auch der Betriebe besser als bisher einzugehen.“

Früher an 2 Samstagen arbeiten – jetzt unbegrenzt?

In der Theorie klingt das natürlich super – eine weitere Möglichkeit für die Mitarbeiter des aus unserer Sicht ohnehin unterbezahlten Handels öfter an Samstagen arbeiten zu dürfen. D.h. von früher 2 Samstagen, die man im Monat arbeiten musste, kann der Arbeitgeber nun verlangen, dass man an allen Samstagen arbeiten muss. Was für eine tolle Neuigkeit für die Angestellten im Handel! 

Nach dem neuen Modell hat jede/-r Angestellte Anspruch auf fünf verlängerte sogenannte „Super-Wochenenden“ (= durchgehende Freizeit von Freitag bis Sonntag oder von Samstag bis Montag) im Zeitraum von sechs Monaten.

1 SuperWochenende mit 3 freien Tagen… Scherz?

Hatte man also bis dato noch die Möglichkeit, zumindest jedes zweite Wochenende Samstag und Sonntag frei zu haben, so kann es nun sein, dass man bis zu 5 Wochen jeden Samstag arbeiten muss und dann ein einziges Wochenende FR, SA, SO oder SA, SO, MO frei hat. Für uns klingt dieses Superwochende bzw. der Supersamstag eher wie ein schlechter Scherz für den Arbeitnehmer, was man auch schön aus diesem Absatz herauslesen kann:

„Die Lockerung der ‚Schwarz-Weiß-Regelung‘ bringt den Handelsunternehmen endlich mehr Flexibilität zur Personalplanung an Samstagen sowie noch mehr Betreuungsqualität im österreichischen Einzelhandel am frequenzstarken Samstag.“

Wir deuten den Absatz so, dass sich nun die Arbeitgeber einfacher tun, die Angestellten an Samstagen arbeiten zu lassen.

SuperWochenende in der Theorie schöner, als in der Praxis?

Wer nun denkt, man könne sich als Angestellter nun aussuchen, ob man dieses Superwochende in Anspruch nehmen möchte, hat sich geschnitten. In der Theorie wohl ja,… in der Praxis sieht man allerdings, dass ganze Unternehmensgruppen auf diese Art der Verträge umstellen und den Mitarbeitern dies ungefähr so mitteilen: „Wir stellen das ganze System auf diese Verträge um. Grundsätzlich müsst ihr das nicht akzeptieren, allerdings ist es im Interesse des Unternehmens, dass alle Mitarbeiter diesen neuen Vertrag übernehmen“. Dadurch wird bei den Mitarbeitern schon ein Druck aufgebaut im Sinne von „Entweder du arbeitest künftig an Samstagen oder du kannst dich gleich vertschüssen“.

Ob dies im Sinne der Arbeitnehmer ist,… wir denke nicht. Ein offizielles Statement von der Arbeiterkammer zum Superwochenende / Supersamstag konnten wir nicht finden.

Hier noch ein Kommentar von elektrojournal.at, welches die Stimmung der Arbeitnehmer ziemlich gut widerspiegelt:

Wir können nur unterstreichen, was der User gugu dort schreibt:

Finde das absoluten Schwachsinn. Was soll für die Beschäftigten daran super sein. Bisher war es reine Nettigkeit des Angestellten mehr als zwei Samstage im Monat zu arbeiten (Personalmangel, Krankheit etc.) Jetzt MÜSSEN wir arbeiten. Vorallem für Familien ist mir persönlich nicht klar wo darin die Verbesserung sein soll. Wann findet das Familienleben denn statt. Freitags? Montags? wenn die Kinder in der Schule sind und Samstags haben sie frei und die Eltern gehen arbeiten. Tut mir leid aber ich finde es nicht zu Ende gedacht. Kein Abbau von Samstagsaushilfen?? hahaha das ich nicht lache. Aushilfen sind zum Großteil Studenten. Die haben sich ja einen Samstagsjob gesucht weil sie unter der Woche keine Zeit haben. Uni?! zb. ist unter der Woche. Es gibt Samstags so gut wie keine Vorlesungen. Das bedeutet über kurz oder lang wird es diese auch nicht mehr geben. Menschen werden auch krank oder haben urlaub bin gespannt wie sich das dann nächsten Sommer auswirken wird unsere SUPERWOCHENENDEN.!!! An alle Eltern bedankt euch für diese tolle Regelung. Sie können nun alle VIER Wochen am Wochenende mit ihren Kindern etwas unternehmen. DAS WIRD SUPER! Macht euch lieber über die Bezahlung Gedanken die ist nämlich unter aller KRITIK

Quellen und weitere Informationen: